
Rights in the Balance: Free Press, Fair Trial, and Nebraska Press Association V. Stuart
In einer schrecklichen Nacht im Oktober 1975 ermordete Erwin Simants brutal sechs Mitglieder der Familie Henry Kellie im winzigen Sutherland, Nebraska. Das enorme Medieninteresse an dieser grausamen Geschichte führte bald zu einer historischen Kollision zwischen zwei der am meisten geschätzten verfassungsrechtlichen Schutzrechte der USA - dem Ersten Verfassungszusatz, der die Pressefreiheit garantiert, und dem Sechsten Verfassungszusatz, der das Recht eines Angeklagten auf ein faires Verfahren vor einer unparteiischen Jury garantiert.
Rights in the Balance ist die Geschichte der komplexen juristischen Auseinandersetzungen, die in jener tragischen Nacht in den Ebenen von West-Nebraska in Gang gesetzt wurden. Neben der strafrechtlichen Verfolgung von Erwin Simants zeichnet Mark Scherer den Kampf der Nebraska Press Association um die Aufhebung einer Nachrichtensperre nach, die den Medien von Richtern des Bundesstaates auferlegt wurde. Da es dem Verband untersagt war, bestimmte Details über die Verbrechen und die Strafverfolgung von Simants zu veröffentlichen, schlug er seinen eigenen mühsamen juristischen Weg ein, der schließlich zum Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten und dem bahnbrechenden Urteil in der Rechtssache Nebraska Press Association gegen Stuart führen sollte.
Diese Entscheidung, die zu den am meisten beachteten in der amerikanischen Verfassungsgeschichte gehört, ist nach wie vor eine der bedeutendsten Aussagen des Obersten Gerichtshofs und ein entscheidender Präzedenzfall für den problematischen und immer wiederkehrenden Konflikt zwischen den Rechten der Pressefreiheit und eines fairen Verfahrens. Indem er die Nuancen unzähliger rechtlicher Erwägungen mit den sehr menschlichen Dimensionen sowohl der verfassungsrechtlichen Streitigkeiten als auch der Strafverfolgung von Simants in Einklang bringt, bietet Scherer eine Erzählung, die nicht nur für Kommunikations- und Rechtsexperten und Wissenschaftler, sondern auch für die interessierte Öffentlichkeit zugänglich ist.