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Speech: Invisible Creation in the Air
Wie die Laute der gesprochenen Sprache entstehen, ist den Forschern letztlich immer noch ein Rätsel. Die akustische Phonetik hat die Klangphänomene analysiert, während die artikulatorische Phonetik die physiologische Bildung der gesprochenen Sprache bestimmt. Wenig bekannt ist dagegen die Luft, das zentrale Element der Sprache innerhalb und unmittelbar außerhalb des Körpers, wenn es um hörbare Laute geht.
Rudolf Steiner äußerte 1924 den Wunsch, es möge eine experimentelle Methode gefunden werden, mit der Töne aus dem Mund des Sprechers sichtbar gemacht werden können und damit das in der Eurythmiekunst verkörperte Urphänomen der "sichtbaren Sprache" bestätigt wird.
Auf Steiners Anregung hin gelang es Johanna Zinke 1962 erstmals, diese Lufttonformen auf Fotoplatten zu bannen. Sie zeigte, dass jeder gesprochene Laut für einen Sekundenbruchteil eine reproduzierbare Figur in der Luft erzeugt.
Maintier baute diese Arbeit mit Hilfe akustischer und laser-video-phonetischer Analysen weiter aus und zeigte, dass die Segmentierung von Sprachsignalen mit den Sprach-Luftstromfiguren korreliert. Seine Ergebnisse offenbaren zudem eine überraschende Verbindung zur modernen Strömungs- und Chaosforschung. Maintier kommt daher zu dem Schluss, dass Sprechen weit über die Produktion von Schallwellen hinausgeht und durch präzise Modulationen des Atems entsteht. Es ist eine "Kunst der Bewegung".