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Governing in the Shadows: Angola's Securitized State
Dieses Buch zeichnet drei Jahrzehnte der Versicherheitlichung in Angola nach. Als Regierungsstrategie während des Krieges und in Friedenszeiten hat sie die Bestrebungen der gegnerischen Seiten gedämpft, den Staat verzerrt, die Eliten ermutigt und die Identität der Angolaner neu definiert. Unter diesem Blickwinkel liefert Paula Cristina Roque einen originellen Bericht über die Staatsbildung in Angola nach dem Konflikt.
Die Versicherheitlichung schützte die Interessen von Präsident dos Santos, der regierenden MPLA-Partei und der Eliten, die das Regime unterstützen. Angolas Sicherheitskräfte und -infrastruktur boten eine Alternative zu einer voll funktionsfähigen Exekutive auf nationaler, provinzieller und lokaler Ebene. Die aufdringliche Art und Weise, mit der jede Form von Dissens oder Aktivismus unterdrückt wurde, ermöglichte es der Präsidentschaft, die Richtung und die Geschichte der Nachkriegsjahre zu kontrollieren. Hinter der Fassade von Demokratie, Entwicklung und Stabilität verbarg sich jedoch eine ganz andere Realität für die Mehrheit der Angolaner, die weiterhin arm, entrechtet und ausgegrenzt waren.
Roque erforscht das Innenleben der Geheimdienste, der Armee und der Präsidialgarde und erklärt die Entwicklung eines überlebensorientierten und ängstlichen Regimes, das über Knappheit und Ungerechtigkeit herrschte. Sie zeigt, dass das Überleben der nationalen Sicherheit und der Regierungseliten oberste Priorität hatte. Die „Schatten“ besaßen weitaus mehr Macht als die Institutionen und schwächten diese, wodurch sich die Kluft zwischen Regierung und Regierten vergrößerte.