Bewertung:

Das Buch bietet eine detaillierte Analyse der afghanischen Kriegsherren, insbesondere von Dostum und Khan, wobei der Schwerpunkt auf deren Anpassungen nach 2001 liegt. Es ist gut recherchiert, könnte aber für diejenigen, die mit dem Thema nicht vertraut sind, eine Herausforderung darstellen.
Vorteile:⬤ Nützliches Material zum Verständnis der Warlords in Afghanistan
⬤ gut recherchiert mit harten Fakten und einzigartigen Theorien
⬤ gut für ein tiefes Verständnis der komplexen Zusammenhänge
⬤ angemessener Preis.
⬤ Schwierig zu lesen für diejenigen, die keine Vorkenntnisse über Afghanistan haben
⬤ manchmal als langweilig empfunden
⬤ keine leichte Lektüre.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Empires of Mud - Wars and Warlords in Afghanistan
Warlords sind charismatische Militärführer, die schwache Zentralbehörden ausnutzen, um die Kontrolle über subnationale Gebiete zu erlangen.
Trotz ihres schlechten Rufs haben Warlords häufig an der Staatsbildung mitgewirkt. In Empires of Mud analysiert Giustozzi die Dynamik des Warlordismus in Afghanistan im Kontext solcher Debatten.
Er geht an diese komplexe Aufgabe heran, indem er zunächst Aspekte des afghanischen Umfelds analysiert, die die Fragmentierung der Zentralgewalt und die Entstehung von Warlords begünstigt haben könnten, und dann das Aufkommen des Warlordismus in den 1980er Jahren und danach erklärt. Er beschreibt das Phänomen von den 1980er Jahren bis heute und geht dabei auf die beiden wichtigsten Warlords Afghanistans, Ismail Khan und Abdul Rashid Dostum, und ihre politischen, wirtschaftlichen und militärischen Herrschaftssysteme ein. Trotz des Eingreifens der alliierten Streitkräfte im Jahr 2001 üben diese beiden Führer nach wie vor eine beträchtliche Macht aus.
Der Autor geht auch auf Ahmad Shah Massoud ein, dessen „System“ Elemente der Herrschaft enthielt, die denen der Warlords nicht unähnlich waren. Giustozzi zeigt gemeinsame Themen bei der Entstehung des Warlordismus auf, insbesondere die Rolle lokaler Militärführer und deren allmähliche Aneignung eines „Klassenbewusstseins“, das sich im Laufe der Zeit zu einer ausgefeilteren, staatsähnlichen oder parteiähnlichen Struktur entwickelt.