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Pure and True: The Everyday Politics of Ethnicity for China's Hui Muslims
Die Kommunistische Partei Chinas verweist auf die Hui - Chinas größte muslimische ethnische Gruppe - als eine vorbildliche ethnische Minderheit und preist ihre harmonischen Beziehungen zu dieser Gruppe als Beispiel für den großen Erfolg der Partei in der ethnischen Politik an. Die Hui zählen mehr als zehn Millionen Menschen, aber sie haben weder ein gemeinsames Heimatland noch eine eigene Sprache und sind seit langem nach Sekten, Klassen, Regionen und Sprachen geteilt.
Trotz dieser Spaltungen haben sie eine gemeinsame ethnische Identität. Warum sind die Beziehungen zwischen den Hui und dem Staat nicht von Konflikten geprägt? Und wie gehen sie mit ihrer ethnischen Zugehörigkeit in einem politischen Klima um, das Muslimen gegenüber zunehmend feindlich eingestellt ist? Pure and True stützt sich auf Interviews mit gewöhnlichen städtischen Hui - Köchen, Unternehmern, Imamen, Studenten und Rentnern - um das Verhalten der ethnischen Politik innerhalb der Hui-Gemeinschaften in den Städten Jinan, Peking, Xining und Yinchuan sowie zwischen den Hui und dem chinesischen Parteistaat zu untersuchen.
Durch die Untersuchung der Art und Weise, wie die Hui ihre ethnische Identität durch alltägliche Praktiken aufrechterhalten, beleuchtet die Studie Chinas Umgang mit seinen religiösen und ethnischen Minderheitengemeinschaften. Sie stellt fest, dass die Grenzen der Hui-Identität inmitten staatlich geförderter Urbanisierungsprojekte und der Migration innerhalb des Landes vor allem zwischen Hui-Gruppen und nicht zwischen Hui und dem Staat umstritten sind.
Infolgedessen gehen die Auffassungen darüber, welche alltäglichen Gewohnheiten als "richtige" oder "korrekte" Formen der Hui-Identität anzusehen sind, entlang beruflicher, klassenspezifischer, regionaler, konfessioneller und anderer Grenzen auseinander. Indem der Staat die strittige Politik auf die internen Grenzen lenkt, kann er die ethnische Politik steuern und Kontrolle ausüben.