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Remembering Cold Days: The 1942 Massacre of Novi Sad and Hungarian Politics and Society, 1942-1989
Bei dem Massaker von Novi Sad 1942 wurden zwischen drei- und viertausend Zivilisten, vor allem Serben und Juden, ermordet. Ungarische Soldaten und Gendarmen verübten das Verbrechen in der Stadt und ihrer Umgebung, in den Gebieten, die Ungarn nach dem deutschen Angriff auf Jugoslawien besetzt hatte. Die Täter sahen ihre Taten als Beitrag zu einer neuen Ordnung in Europa und als Mittel zur ethnischen Säuberung der besetzten Gebiete.
Im Gegensatz zu anderen Massakern untersuchte das Horthy-Regime den Vorfall und verurteilte die verantwortlichen Offiziere 1943-44. Weitere Prozesse sollten folgen. In den 1960er Jahren lösten ein Roman und ein Film, die die Geschichte des Massakers erzählten, die erste öffentliche Debatte über den ungarischen Holocaust aus.
Dieses Buch untersucht die öffentlichen Auseinandersetzungen über das Massaker von Novi Sad von seinen Anfängen im Jahr 1942 bis zum letzten Prozess im Jahr 2011. Es zeigt, wie sich die Einstellung zu diesem Kriegsverbrechen und zum Holocaust im Laufe der Zeit unter verschiedenen politischen Regimen und in der ungarischen Gesellschaft verändert hat. Das Buch betrachtet auch, wie der größere europäische Kontext die ungarischen Debatten beeinflusste und wie Jugoslawien mit den Erinnerungen an das Massaker umging.