
Respectability and Violence: Military Values, Masculine Honor, and Italy's Road to Mass Death
Nach der nationalen Einigung in den 1860er Jahren hatte die italienische Armee die Aufgabe, Generationen von Männern aus verfeindeten Regionen und unterschiedlichen sozialen Schichten zu gehorsamen Bürgern eines zentralisierten Staates zu formen. Die Integration einer großen Zahl des Bildungsbürgertums in die Streitkräfte des jungen Königreichs erwies sich als entscheidend für die Etablierung der Armee als "Hauptschule" und Rückgrat der Massenverstaatlichung.
Lorenzo Benadusi untersucht die Überschneidungen zwischen dem italienischen Militär und der Zivilgesellschaft im letzten Jahrhundert, die in der Figur des Gentleman-Offiziers zusammenwuchsen - dem idealisierten Bild einer altruistischen, charmanten und kompetenten Führungsschicht, die die Entscheidungen, Werte und das Verhalten der "neuen Italiener" beeinflussen konnte. Respektabilität und Gewalt" zeichnet die Beziehung zwischen bürgerlichen Tugenden und militärischen Werten von der Zeit nach dem Risorgimento bis zum Ende des Ersten Weltkriegs nach, als das Trauma der Grabenkämpfe eine Neudefinition der Vorstellungen von Ritterlichkeit und Männlichkeit und die Akzeptanz von Gewalt als notwendiges Mittel zur Verteidigung von Gesellschaft und Staat erforderlich machte.
Die Sprache des Konflikts und die Einstellungen zum Krieg, die sich in diesen Jahrzehnten herausbildeten - geprägt von Patriotismus, Heldentum und Aufopferung -, formten das Bildungsbürgertum zu Loyalisten, die den Übergang Italiens zu einem mächtigen faschistischen politischen System einleiteten. Diese einzigartige Studie über den Offizier ist entscheidend für das Verständnis der militärischen, sozialen und politischen Geschichte Italiens.