
Rhetoric of Exile: Duress and the Imagining of Force
Die Rhetorik des Exils untersucht die rhetorische Konstruktion von Gewalt im indirekten Exil und in den literarischen Reaktionen darauf. Zwischen der Verbannung, einem Zwangsexil, und der Ausbürgerung, einem freiwilligen Exil, haben viele Rechtssysteme ein drittes Modell zugelassen.
Ein solches Exil ist pragmatisch und zweideutig: Der Grad des Zwangs ist nie explizit definiert, aber alle Beteiligten wissen, dass er real ist. Schon in der Römischen Republik gab es Exilanten, die sich einem erheblichen Zwang ausgesetzt sahen, diesen aber nicht auf ein bestimmtes Rechtsdokument oder eine gerichtliche Entscheidung zurückführen konnten, und diese Opfer stiller Verfolgung sind umso eher geneigt, über den schwer fassbaren Zwang nachzudenken und ihn mit Hilfe ihrer Vorstellungskraft nachzubilden.
Was im Recht verdrängt und verborgen ist - Gewalt als Metonymie - kehrt als starkes und verdichtetes Bild in der Literatur wieder - Gewalt als Metapher. Vladimir Zorić ist Assistenzprofessor für Russisch und Slawistik an der Universität von Nottingham.