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Richard Neutra: The Story of the Berlin Houses 1920-1924
Richard Neutra in Berlin führt seinen Erfolg auf das Zehlendorfer Wohnprojekt von 1923 zurück, wo er seinen starken und experimentellen modernistischen Stil definierte. - Wallpaper
Erwähnt man den Namen Richard Neutra, denkt man an die lichtdurchfluteten Bungalows, die den architektonischen Stil der Westküste um Los Angeles prägen. Weil er so eng mit Los Angeles verbunden ist, wird manchmal übersehen, dass Neutras Karriere eigentlich in den frühen 1920er Jahren im Bezirk Berlin-Zehlendorf begann. Dabei stellen diese Häuser in Zehlendorf eine faszinierende Phase in Neutras Werk dar. Mit ihrer komplexen Farbgebung und extravaganten Innenausstattung erweisen sie sich als mehr als nur experimentelle und radikal innovative Entwürfe. Vielmehr deuten sich in diesen weniger bekannten Bauten bereits Elemente an, die Neutra in seinen späteren Projekten wieder aufgreifen sollte.
Richard Neutra in Berlin ermöglicht eine längst überfällige, berechtigte Neubewertung von Neutras Frühwerk. Es versammelt neben historischen Quellen zahlreiche neue und unveröffentlichte Dokumente zu den Häusern und ihren ersten Bewohnern.
Der in Österreich geborene Architekt Richard Neutra (1892-1970) schloss sein Architekturstudium mitten im Ersten Weltkrieg ab und arbeitete einige Jahre in der Schweiz und in Deutschland, bevor er 1923 in die Vereinigten Staaten zog. Nachdem er kurz für Frank Lloyd Wright gearbeitet hatte, ließ er sich in Kalifornien nieder und wurde mit der Westküstenvariante der modernen Architektur der Jahrhundertmitte identifiziert: streng geometrische Gebäude, die im internationalen Stil von Neutras europäischer Ausbildung entworfen wurden, mit einer offenen, luftigen und flexiblen Atmosphäre, die zu Neutras neuer kalifornischer Heimat passte.