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Judging Judges: Values and the Rules of the Law
Die „Rechtsstaatlichkeit“ ist das Herzstück des amerikanischen Rechtssystems. Aber die Rechtsstaatlichkeit verlangt von den Richtern nicht, dass sie sich sklavisch an den Wortlaut des Gesetzes halten, unbeeinflusst von politischen oder sozialen Einflüssen.
Da die absolute Befolgung der Rechtsstaatlichkeit unmöglich ist, wird sie von der Öffentlichkeit als Mythos abgetan und die Richter werden verunglimpft. Judging Judges“ rückt die Debatte über Richter und Rechtsstaatlichkeit in ein neues Licht, indem es zeigt, dass persönliche und berufliche Werte eine Rolle spielen. Jason E.
Whitehead zeigt, dass die Rechtsstaatlichkeit auf einer sozial konstruierten Einstellung zur rechtlichen Verpflichtung beruht, die objektive Regeln hervorbringt. Intensive Interviews mit Richtern zeigen die Wertesysteme auf, die die für die Rechtsstaatlichkeit so zentrale Haltung der rechtlichen Verpflichtung aufrechterhalten oder untergraben.
Die Konzentration auf die sozialen Praktiken, die diesen Wertesystemen zugrunde liegen, zeigt, dass die Rechtsstaatlichkeit letztlich eine Frage des sozialen Vertrauens und nicht der textlichen Zwänge ist. Whiteheads einzigartige Kombination aus philosophischer und empirischer Untersuchung ist ein großer Fortschritt, weil sie über die Dichotomie von Recht oder Politik hinausgeht und zeigt, dass die Rechtsstaatlichkeit ein gemeinsames soziales Unternehmen ist, an dem die gesamte Gesellschaft beteiligt ist - Richter, Politiker, Wissenschaftler und normale Bürger gleichermaßen.
Judging Judges' Aufmerksamkeit für juristische Werte stellt den wahren Wert der Richter in einer liberalen Demokratie fest.