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Cattle in the Backlands: Mato Grosso and the Evolution of Ranching in the Brazilian Tropics
Brasilien hat die zweitgrößte Rinderherde der Welt und ist ein wichtiger Exporteur von Rindfleisch. Während die Viehzucht im Amazonasgebiet - und ihre zerstörerischen Folgen für die Umwelt - sowohl in den Medien als auch in der Wissenschaft Beachtung findet, gibt es in den Bundesstaaten Mato Grosso und Mato Grosso do Sul tatsächlich die meisten Rinder.
Jahrhundert ein bedeutender Rindfleischproduzent in Brasilien, diente die Region als Labor für die Viehzucht in den Tropen, wo die Methoden der Viehzucht in gemäßigten Zonen nicht funktionieren. Viehzüchter und Cowboys aus Mato Grosso veränderten die Beziehung zwischen Viehzucht und Umwelt, einschließlich der Einführung einer exotischen Rinderrasse - des Zebu -, die heute die tropische Viehzucht in Lateinamerika dominiert. Cattle in the Backlands präsentiert eine umfassende Geschichte der Viehzucht in Mato Grosso.
Unter Verwendung umfangreicher Primärquellen untersucht Robert W. Wilcox drei Schlüsselaspekte: die wirtschaftliche Umgestaltung einer abgelegenen Grenzregion durch moderne technische Hilfsmittel; die daraus resultierenden sozialen Veränderungen, insbesondere in den Arbeitsstrukturen und bei den Landbesitzverhältnissen; und Umweltfaktoren, einschließlich der langfristigen Auswirkungen der Viehzucht auf die Ökosysteme, die, wie er behauptet, nicht so nachteilig waren, wie man annehmen könnte.
Wilcox zeigt, dass die Ranching-Praktiken in Mato Grosso die Parameter für die tropische Rindfleischproduktion in Brasilien und ganz Lateinamerika gesetzt haben. Mit der Einbindung der Region in nationale und internationale Wirtschaftsstrukturen erlebte die Viehwirtschaft den Einstieg ausländischer Investoren, die Einführung kapitalisierter Verarbeitungsanlagen und die aufkommenden Diskussionen über ökologische Auswirkungen - Entwicklungen, die sich später auf viele Bereiche der brasilianischen Wirtschaft auswirkten.