Bewertung:

Das Buch „Ritual Medical Lore of Sephardic Women“ (Rituelle medizinische Überlieferung sephardischer Frauen) untersucht die volkstümlichen Heilungstraditionen der sephardischen jüdischen Gemeinschaft und konzentriert sich dabei insbesondere auf die Rolle der Frauen als Heilerinnen. Es wird für seine Forschung und historische Bedeutung gelobt, auch wenn einige Leser die Darstellung manchmal als mangelhaft empfanden.
Vorteile:Hervorragende Recherche, erfasst historische Praktiken, wichtiger und faszinierender Inhalt, bedeutsam für die Geschichte der Frauen, für alle Frauen empfohlen.
Nachteile:Verwirrende Gliederung, uninspirierte Prosa, Druckfehler auf dem Umschlag, möglicherweise halb-formal und nicht für alle Leser ansprechend.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Ritual Medical Lore of Sephardic Women: Sweetening the Spirits, Healing the Sick
Ritual Medical Lore of Sephardic Women bewahrt die wertvollen Überreste einer reichen, vom Aussterben bedrohten Kultur und bekräftigt gleichzeitig die zentrale Rolle der Frauen für die Gesundheit ihrer Gemeinschaften. Im Mittelpunkt dieses Bandes stehen ausführliche Interviews mit Ältesten der sephardischen Gemeinden des ehemaligen Osmanischen Reiches. Sie beleuchten einen faszinierenden Komplex präventiver und heilender Rituale, die von Frauen zu Hause durchgeführt wurden - Rituale, die das körperliche und geistige Wohlergehen der Gemeinschaft sicherstellten und als vitales Gegenstück zu den öffentlichen Riten fungierten, die von Männern in den Synagogen durchgeführt wurden.
Isaac Jack L vy und Rosemary L vy Zumwalt nehmen uns mit in die Häuser und Familien von Sephardim in der Türkei, in Israel, Griechenland, im ehemaligen Jugoslawien und in den Vereinigten Staaten, um die alten Praktiken der häuslichen Heilung zu entschlüsseln: das Netz von Segnungen und Flüchen, die auf jede Gelegenheit des täglichen Lebens zugeschnitten sind; der Glaube und die Bräuche rund um mal ojo (böser Blick), espanto (Schrecken) und echizo (Hexerei); und Heilmittel, die von Kräutern, Öl und Zucker bis hin zur mächtigen mumia (Mumie) aus getrockneten Leichenknochen reichen.
Für die Sephardim bedeutete die Heilung einer Krankheit, dass sie die geistige Ursache herausfinden mussten, die ein unbeabsichtigter Gedanke oder eine unbeabsichtigte Rede, ein Unfall oder eine magische Beschwörung sein konnte. Die Heilungsrituale der domestizierten Medizin boten eine Möglichkeit, der Krankheit einen Sinn zu geben und das Verhalten so zu gestalten, dass es in die engen Grenzen einer streng strukturierten Gemeinschaft passte. Rituelle medizinische Überlieferungen sephardischer Frauen sind eine reiche und unersetzliche Quelle mündlicher Zeugnisse und bieten faszinierende Einblicke in eine Kultur, in der tiefe Spiritualität jeden Aspekt des täglichen Lebens durchdrang.