Bewertung:

Das Buch bietet eine umfassende und dennoch prägnante Untersuchung der historischen Bedeutung Roms und Konstantinopels in der Spätantike, wobei der Schwerpunkt auf ihrer Rolle bei der Gestaltung der imperialen Ideologie und Geschichte liegt. Der Autor, Raymond Van Dam, präsentiert eine fesselnde Erzählung, die historische Analyse mit fesselnder Prosa verbindet.
Vorteile:⬤ Umfassende Darstellung der byzantinischen Geschichte mit neuen Perspektiven
⬤ Prägnante und fesselnde Prosa, die sich wie ein Roman liest
⬤ Aufschlussreiche Analyse des Wandels der kaiserlichen Macht und der Bedeutung beider Städte
⬤ Sehr empfehlenswert für Geschichtsinteressierte.
Das Buch geht in seinen Behauptungen manchmal zu weit; obwohl es prägnant ist, wünschen sich manche Leser vielleicht eine tiefer gehende Erforschung bestimmter Themen.
(basierend auf 5 Leserbewertungen)
Rome and Constantinople: Rewriting Roman History During Late Antiquity
Das kaiserliche Rom und das christliche Konstantinopel waren beide erstaunlich große Städte mit übergroßem Appetit, die als mächtige Symbole für das Römische Reich und seine Herrscher dienten. Der renommierte Historiker Raymond Van Dam stützt sich auf ein breites Spektrum von Belegen, um die tiefe Verflechtung von kaiserlicher Ideologie und Wirtschaft aufzuzeigen und die parallelen alltäglichen Realitäten und erhabenen Bilder in ihren Geschichten zu erhellen.
Er zeichnet den Bogen des Imperiums vom Rom des Augustus bis zu Justinians Konstantinopel nach und zeigt meisterhaft, wie die sich wandelnden politischen Strukturen, Ideologien und historischen Narrative des Alten und Neuen Roms stets im Fundament der wirtschaftlichen und demografischen Realitäten des antiken Mittelmeerraums verwurzelt blieben. Die Veränderungen im Spätrömischen Reich, die durch den Aufstieg des Militärs und der Kirche herbeigeführt wurden, erforderten eine Neuformulierung der Haupterzählung der Geschichte und signalisierten Veränderungen in den Wirtschaftssystemen. So wie das Alte Rom ein Bühnenbild für die Aufführung des republikanischen Kaisertums geliefert hatte, war das Neue Rom für die Feier der christlichen Herrschaft eingerichtet. So kam es, dass eine Stadt mit zu viel Geschichte von einer Stadt ohne Geschichte in den Schatten gestellt wurde. Ausgestattet mit den städtischen Annehmlichkeiten und einer imaginären Geschichte, die ihrem gehobenen Status entsprach, konnte Konstantinopel so als neue kaiserliche Hauptstadt erstrahlen, während Rom andererseits als päpstliche Stadt neu erfunden wurde.
--Gregory S. Aldrete, Professor für Geschichte und humanistische Studien, Universität von Wisconsin-Green Bay.