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Romans in a New World: Classical Models in Sixteenth-Century Spanish America
Romans in a New World zeigt, wie die alten Römer die spanische Eroberung der Neuen Welt verfolgten, und zwar zumeist als leidenschaftlich abgelehnte Modelle. Während die Eroberer selbst und ihre Publizisten den Ruf der Römer als unvergleichliches militärisches Genie und kühnes Unternehmen in Frage stellten, starteten die spanischen Kritiker der Eroberung einen konzertierten Angriff auf zwei andere prominente Verwendungen des antiken Roms als Modell: als Beispiel für imperialistische Motive und Verhaltensweisen, denen Christen folgen sollten, und als Maßstab, an dem das kulturelle Niveau der Eingeborenen der Neuen Welt gemessen werden konnte.
Im Zuge dieser Debatte wurden viele Spanier dazu angeregt, sich eingehender mit ihrer eigenen ethnischen Herkunft und Identität zu befassen, da die Behandlung der Ureinwohner der Neuen Welt durch die Spanier die schlummernde Erinnerung an die römische Behandlung der iberischen Stämme weckte, die die modernen Spanier nun als ihre wahren Vorfahren ansahen. Gleichzeitig eröffnete das wachsende Bewusstsein für die kulturellen Praktiken - insbesondere die religiösen Rituale - der amerikanischen Ureinwohner eine neue Perspektive auf die vorchristlichen Vorfahren der modernen Europäer und sogar auf das Überleben "heidnischer" Bräuche unter den modernen Europäern selbst. In dieser prägnanten Studie geht David A. Lupher auf die zunehmend diskutierte Frage ein, welchen Einfluss die Entdeckung der Neuen Welt auf die Wahrnehmung der Europäer hinsichtlich ihrer Identität und ihres Platzes in der Geschichte hatte.
Romans in a New World ist sowohl für Klassizisten als auch für Studenten der Geschichte und Kultur des frühneuzeitlichen Europas von großem Interesse - insbesondere, aber nicht ausschließlich, für Spanienhistoriker. David A. Luphers Beschäftigung mit der Ideologie des Imperialismus und der Kolonisierung sowie mit kulturübergreifenden Verhandlungen wird auch für Studenten der Kulturwissenschaften von Nutzen sein.
David A. Lupher ist Professor für Klassische Philologie an der University of Puget Sound.