Bewertung:

Das Buch von Coulthard wird weithin als eine kraftvolle und wichtige Lektüre angesehen, die sich mit den komplexen Zusammenhängen von Kolonialismus und indigener Politik befasst. Während viele Rezensenten seine aufschlussreichen Analysen und die Klarheit seiner Argumente loben, finden einige die theoretische Tiefe überwältigend und stellen die angebotenen praktischen Lösungen in Frage. Insgesamt wird das Buch als unverzichtbar für das Verständnis des aktuellen politischen Klimas in Bezug auf Kolonialismus und die Rechte indigener Völker angesehen.
Vorteile:Eine kraftvolle und durchdachte Analyse von Kolonialismus und Dekolonisierung.
Nachteile:Relevant für das Verständnis indigener Politik im aktuellen politischen Klima.
(basierend auf 16 Leserbewertungen)
Red Skin, White Masks: Rejecting the Colonial Politics of Recognition
PREISTRÄGER VON:
⬤ Frantz Fanon Outstanding Book von der Caribbean Philosophical Association.
⬤ Canadian Political Science Association's C. B. MacPherson Prize.
⬤ Buchpreis der Studien zur politischen Ökonomie.
In den letzten vierzig Jahren ist die Anerkennung zum vorherrschenden Verhandlungs- und Dekolonisierungsmodus zwischen dem Nationalstaat und den indigenen Völkern Nordamerikas geworden. Der Begriff „Anerkennung“ prägt die Debatten über die kulturelle Eigenständigkeit indigener Völker, ihre Rechte auf Land und Selbstverwaltung sowie ihr Recht, von der Erschließung ihres Landes und ihrer Ressourcen zu profitieren.
In einem Werk kritisch engagierter politischer Theorie stellt Glen Sean Coulthard die Anerkennung als Methode zur Organisation von Differenz und Identität in der liberalen Politik in Frage. Er hinterfragt die Annahme, dass zeitgenössische Differenz und die vergangene Geschichte des zerstörerischen Kolonialismus zwischen dem Staat und indigenen Völkern durch einen Prozess der Anerkennung versöhnt werden können. Darüber hinaus untersucht Coulthard eine alternative Politik - eine Politik, die versucht, indigene kulturelle Praktiken auf der Grundlage von Selbstanerkennung aufzuwerten, zu rekonstruieren und neu einzusetzen, anstatt nach Anerkennung durch die Akteure des Kolonialismus zu suchen.
Coulthard zeigt, wie eine „ortsbezogene“ Abwandlung von Karl Marx' Theorie der „primitiven Akkumulation“ Licht auf die Beziehungen zwischen Eingeborenen und Staat in sesshaft-kolonialen Kontexten wirft und wie Frantz Fanons Kritik an der kolonialen Anerkennung zeigt, dass sich diese Beziehung im Laufe der Zeit reproduziert. Dieser Rahmen stärkt seine Untersuchung der Art und Weise, wie die Politik der Anerkennung den Interessen der siedler-kolonialen Macht diente.
Indem er sich mit den Kerngedanken indigener Widerstandsbewegungen wie Red Power und Idle No More auseinandersetzt, bietet Coulthard neue Einblicke in die Politik der aktiven Dekolonisierung.