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Rum, Sodomy and the Lash: Piracy, Sexuality, and Masculine Identity
Eine Untersuchung über die homoerotischen und anderen transgressiven Aspekte der Welt der Piraten
Trotz - oder vielleicht gerade wegen - unseres mangelnden Wissens über Piraten hat sich um sie eine immense Architektur kultureller Mythologie gebildet. Dreihundert Jahre lang haben Romane, Theaterstücke, Gemälde und Filme widersprüchliche Bilder des Piraten als Erzkriminellen und Anti-Helden par excellence in die populäre Vorstellungswelt geätzt. Wie wurde der Pirat - eine reale Bedrohung für den Merkantilismus und den Handel im frühmodernen Großbritannien - zu dem hypermaskulinen Anti-Helden, der uns aus einer Vielzahl von Popkulturen bekannt ist? Wie kam es dazu, dass die Welt der Piraten, die von sexuellen und wirtschaftlichen Überschreitungen geprägt war, unsere kollektive Vorstellungskraft in Anspruch nahm?
In Rum, Sodomie und die Peitsche taucht Hans Turley tief in die Archive ein, um die homoerotischen und anderen kulturell transgressiven Aspekte der Welt der Piraten und unsere lüsterne Faszination für sie zu untersuchen. Turley nimmt historische Dokumente, Prozessakten und Geständnisse von Piraten sowie literarische Werke wie Robinson Crusoe unter die Lupe, um die Entstehung und Entwicklung des Piratenbildes zu verfolgen und seine Auswirkungen auf die sich wandelnden Vorstellungen von Selbst, Männlichkeit und Sexualität in der Neuzeit aufzuzeigen.
Turleys umfassende Analyse liefert eine neue Art von Geschichte der Piraterie und des Begehrens, indem sie die Bedeutung des widersprüchlichen Bildes des Piraten für die Literatur-, Kultur- und Geschichtswissenschaft verdeutlicht.