Bewertung:

Das Buch ist eine wertvolle Quelle für alle, die sich für Literatur und Literaturtheorie interessieren, wobei der Schwerpunkt auf den Beiträgen der russischen Formalisten liegt. Es deckt zwar nicht das Material der Neuen Kritik ab, bietet aber aufschlussreiche Essays, die in Schlüsselkonzepte der literarischen Diskussion einführen.
Vorteile:Ein unschätzbares Hilfsmittel für Literaturliebhaber, umfassende Abdeckung literaturtheoretischer Themen, einschließlich bahnbrechender Aufsätze, aufschlussreicher Kontext, elegantes und handliches Format.
Nachteile:Enthält kein Material der Neuen Kritischen Literaturwissenschaft.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Russian Formalist Criticism: Four Essays, Second Edition
Die russischen Formalisten gingen aus der Russischen Revolution mit Ideen über die Unabhängigkeit der Literatur hervor. Sie genossen diese Unabhängigkeit, bis Stalin sie ausschaltete.
Bis dahin hatten sie jedoch Aufsätze verfasst, die nach wie vor zu den besten Verteidigungen gehören, die je für die Literatur und ihre Theorie geschrieben wurden. Der vorliegende Band enthält vier Aufsätze, die Schlüsselpunkte in der kurzen Geschichte der Formalisten darstellen. Victor Shklovskys bahnbrechendes „Kunst als Technik“ (1917) definiert das Literarische als eine Möglichkeit, uns vertraute Dinge wie zum ersten Mal sehen zu lassen.
Sein Essay von 1921 über Tristram Shandy macht diesen exzentrischen Roman zum Kernstück einer Theorie der Erzählung.
Ein Abschnitt aus Boris Tomashevskys „Thematics“ (1925) inventarisiert die Elemente von Geschichten. In „The Theory of the ‚Formal Method‘“ (1927) verteidigt Boris Eichenbaum den russischen Formalismus gegen verschiedene Angriffe.
Als fähiger Verfechter beschreibt er die Entwicklung des Formalismus, verweist auf seine wichtigsten Figuren und Werke, räumt mit veralteten Axiomen auf und rettet die Literatur vor dem „primitiven Historismus“ und anderen Gefahren. Diese Essays waren wegweisend für die Literaturwissenschaft und führten zum Prager Strukturalismus, zur französischen Semiotik und zur postmodernen Poetik. Russian Formalist Criticism wurde von der American Library Association als „Choice Outstanding Academic Book of the Year“ ausgezeichnet.
Lee T. Lemon ist emeritierter Professor für Englisch an der University of Nebraska-Lincoln und Autor mehrerer Bücher, darunter Portraits of the Artist in Contemporary Fiction und Approaches to Literature: A Guide to Thinking and Writing. Marion J.
Reis war an der Oak Park and River Forest High School in Oak Park, Illinois, tätig. Gary Saul Morson ist der Autor zahlreicher Bücher, darunter The Words of Others: From Quotations to Culture und Anna Karenina“ in Our Time: Seeing More Wisely.