Russische Kriegsfilme: An der Filmfront, 1914-2005

Bewertung:   (4,2 von 5)

Russische Kriegsfilme: An der Filmfront, 1914-2005 (J. Youngblood Denise)

Leserbewertungen

Zusammenfassung:

Das Buch bietet eine eingehende Untersuchung des russischen und sowjetischen Kinos, wobei der Schwerpunkt auf Kriegsfilmen und ihrer Bedeutung für die Widerspiegelung des russischen Geistes und des historischen Kontextes liegt. Es dient sowohl als wissenschaftliche Analyse als auch als zugängliche Einführung für alle, die sich für dieses unterschätzte Filmschaffen interessieren.

Vorteile:

Bietet einen umfassenden Überblick über 160 Filme und ihren soziokulturellen Kontext
Informativ sowohl für Neueinsteiger als auch für Fans des russischen Kinos
Kombiniert wissenschaftliche Tiefe mit Zugänglichkeit
Hebt die Bedeutung von Kriegsfilmen im Spiegel der russischen Geschichte hervor.

Nachteile:

Einige Leser könnten es als zu detailliert oder akademisch empfinden; die inhärente Voreingenommenheit bei der politischen Darstellung von Filmen mag nicht jeden ansprechen.

(basierend auf 3 Leserbewertungen)

Originaltitel:

Russian War Films: On the Cinema Front, 1914-2005

Inhalt des Buches:

Kriegsfilme sind seit langem das einflussreichste Genre des russischen Kinos, und zwar so sehr, dass in der militaristischen Gesellschaft der Sowjetunion der Begriff "Kinofront" für die Filmindustrie selbst verwendet wurde. Denise J. Youngblood, eine international anerkannte Expertin für das russische und sowjetische Kino, liefert den ersten umfassenden Führer zu diesem lange vernachlässigten Genre.

Youngblood untersucht mehr als 160 Spielfilme über russische Konflikte vom Ersten Weltkrieg bis Tschetschenien. Diese Filme repräsentieren ein breites Spektrum an filmischen Stilen und kritischer Rezeption. Ohne klassische Kriegsfilme wie Chapaev und The Cranes Are Flying zu ignorieren, stellt Youngblood den Lesern die Filme vor, die die sowjetische Sicht auf den Krieg prägten und reflektierten, wie den mitreißenden Weltkriegsfilm Two Warriors, den Tauwetter-Klassiker The Living and the Dead und die Breschnewsche Extravaganz Liberation. Dieses bemerkenswert humanistische Werk stand oft im Widerspruch zur offiziellen Politik und stellte die Sinnlosigkeit des Krieges dar. Youngblood ist besonders aufschlussreich in Bezug auf die Beziehung zwischen Stalinismus, sozialistischem Realismus und Filmemachern bei der Schaffung des Kriegsfilmgenres in einer Zeit, die von zunehmender Militarisierung, Konformismus und Staatsterror sowie von der Bedeutung des Kinos für die Propaganda des Zweiten Weltkriegs geprägt war. Stalins Besessenheit von Filmen führte zur "Revision" seiner Rolle im Bürgerkrieg und im "Großen Vaterländischen Krieg".

Dennoch, so Youngblood, waren sowjetische Filmemacher keine bloßen Marionetten repressiver Regime. Tatsächlich unterliefen einige Filmemacher auf subtile Weise die offizielle Politik und Geschichte unter dem Deckmantel der Kunst oder der Unterhaltung im Hollywood-Stil. Sie bringt die Geschichte in die Gegenwart, indem sie zeigt, wie post-sowjetische russische Filmemacher nicht nur einen kritischen Blick auf die jüngsten Kriege in Afghanistan und Tschetschenien geworfen haben, sondern auch die komplexen Realitäten des Zweiten Weltkriegs neu beleuchten.

Youngblood erzählt eine faszinierende Geschichte, die Filmliebhabern und Geschichtsinteressierten gleichermaßen gefallen wird. Indem sie die Entwicklung des Kinos durch die Irrungen und Wirrungen der sowjetischen und postsowjetischen Gesellschaft nachzeichnet, hilft sie uns, die Rolle zu verstehen, die Filme im Russland des 20. Jahrhunderts spielten, nicht nur bei der Entstehung und Auflösung politischer Mythen, sondern auch beim "Schreiben" der Geschichte.

Weitere Daten des Buches:

ISBN:9780700617616
Autor:
Verlag:
Einband:Taschenbuch

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