Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche Analyse, wie sadomasochistische Dynamiken verschiedene Aspekte des Lebens, einschließlich Beziehungen und sozialer Systeme, durchdringen. Es betont den historischen Kontext von Macht und Unterdrückung und zeigt auf, wie diese Dynamik zu zerstörerischen Beziehungen und gesellschaftlichen Strukturen führen kann. Während einige Leser das Buch als aufschlussreich und transformativ empfinden, kritisieren andere, dass es zu sehr psychologisch und nicht ausreichend historisch ausgerichtet ist.
Vorteile:Viele Leser finden das Buch sehr aufschlussreich, da es die sadomasochistische Dynamik in persönlichen Beziehungen und gesellschaftlichen Strukturen aufzeigt. Es bietet ein tieferes Verständnis der Machtdynamik und ihrer Auswirkungen auf Liebe und Beziehungen, was es zum Nachdenken anregt und bedeutsam macht. Es gilt als wertvolle Quelle für die Erforschung des Zusammenspiels von Sexualität und gesellschaftlichen Systemen.
Nachteile:Einige Kritiker sind der Meinung, dass sich das Buch zu sehr auf eine ahistorische psychologische Perspektive stützt und die breiteren historischen Kontexte des Sadomasochismus vernachlässigt. Diese Fokussierung könnte das Verständnis des Themas einschränken und es weniger umfassend machen, als es sein könnte.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Sadomasochism in Everyday Life: The Dynamics of Power and Powerlessness
Lynn Chancer vertritt die provokante These, dass Sadomasochismus in modernen Gesellschaften wie den Vereinigten Staaten weitaus verbreiteter ist, als uns bewusst ist.
Laut Chancer ist der sexuelle Sadomasochismus nur die bekannteste Erscheinungsform eines in Wirklichkeit viel breiter angelegten sozialen Phänomens. Von persönlichen Beziehungen über die Schule und den Arbeitsplatz bis hin zu anderen Interaktionen führt Chancer eine Vielzahl von Beispielen an, die durch ein wiederkehrendes Verhaltensmuster verbunden sind.
Sie geht über die vorwiegend individualistischen und psychologischen Erklärungen hinaus, die im Allgemeinen mit Sadomasochismus in Verbindung gebracht werden (einschließlich derjenigen, die in der "How to"-Literatur des neueren Genres Women Who Love Too Much populär sind) und wendet sich einer eher soziologischen Interpretation zu. Chancer geht davon aus, dass die Struktur von Gesellschaften, die nach männlich dominierten und kapitalistischen Grundsätzen organisiert sind, eine sadomasochistische Sozialpsychologie widerspiegelt und aufrechterhält, indem sie eine Kultur schafft, die von alltäglichen Erfahrungen von Dominanz und Unterordnung durchdrungen ist. Im ersten Teil des Buches erörtert Chancer die Verbreitung sadomasochistischer kultureller Bilder im heutigen Amerika und untersucht den Sadomasochismus aus verschiedenen Perspektiven.
Sie entwickelt eine Reihe von Definitionsmerkmalen sowohl durch die existenzielle Analyse eines Beispiels von S/M-Sex als auch durch die Einbeziehung einer Reihe von Hegelschen und psychoanalytischen Konzepten. Im zweiten Teil des Buches stellt sie den Sadomasochismus in einen breiteren Kontext, indem sie untersucht, ob und wie er am Arbeitsplatz auftritt und wie er mit Geschlecht und Rasse zusammenhängt.