Bewertung:

Dr. Haeris Buch bietet eine aufschlussreiche Ethnographie, die sich auf die persönlichen und gemeinschaftlichen Aspekte des Gebets einer bestimmten Generation von Frauen im Iran nach der Revolution konzentriert, insbesondere derjenigen in den 60er bis 70er Jahren. Es befasst sich mit ihren Gebets- und Gedichtpraktiken, wobei weibliche Glaubensräume und individuelle Interpretationen religiöser Texte im Mittelpunkt stehen.
Vorteile:Das Buch ist wunderschön geschrieben und bietet eine bahnbrechende Perspektive auf die religiösen Praktiken von Frauen im Iran. Es hebt den persönlichen und individualistischen Charakter von Gebet und Poesie hervor und untersucht gleichzeitig die von Frauen geführten Glaubensräume. Das Buch ist sowohl für Wissenschaftler als auch für allgemeine Leser zugänglich, was es zu einem wichtigen Text auf dem Gebiet der Ethnographie und der Religionswissenschaft macht.
Nachteile:Der Schwerpunkt des Buches könnte die Attraktivität des Buches für diejenigen einschränken, die an einer breiteren Erforschung der iranischen religiösen Praktiken interessiert sind. Einige Leser würden vielleicht eine umfassendere Analyse der verschiedenen Generationen- oder Geschlechterperspektiven innerhalb der iranischen Spiritualität vorziehen.
(basierend auf 1 Leserbewertungen)
Say What Your Longing Heart Desires: Women, Prayer, and Poetry in Iran
Nach der Revolution von 1979 machte sich die iranische Regierung daran, die Gesellschaft zu islamisieren. Muslimische Frömmigkeit musste sichtbar sein, im persönlichen Auftreten und im Handeln.
Den Iranern wurde gesagt, sie müssten beten, fasten und Moscheen besuchen, um wahre Muslime zu sein. Die Revolution machte die Frage, was es bedeutet, ein echter Muslim zu sein, zu einem Gegenstand öffentlicher Debatten, die weit über den exklusiven Bereich männlicher Kleriker und Intellektueller hinausgingen. Say What Your Longing Heart Desires bietet eine elegante Ethnographie dieser Debatten unter einer Gruppe gebildeter Frauen aus der Mittelschicht, deren Stimmen in Studien über den Islam oft verstummt sind.
Niloofar Haeri folgt ihnen in ihrem Alltag, wenn sie sich mit der klassischen Poesie von Rumi, Hafez und Saadi auseinandersetzen, und beleuchtet die seit langem bestehende gegenseitige Inspiration von Gebet und Poesie. Sie erzählt, wie sich verschiedene Gebetsformen in Dialoge mit Gott verwandeln können, und im Gegenzug beleuchtet Haeri die Art und Weise, wie Gläubige Gebete und rituelle Handlungen als emotionales und intellektuelles Material für ihr Denken, ihre Überlegungen und ihre Debatten heranziehen.