
Samuel Butler and the Science of the Mind
Darwins Evolutionstheorie wurde in ganz Europa mit großem Interesse aufgenommen. Die Evolutionstheorie löste zahlreiche Debatten unter Wissenschaftlern, Philosophen und der breiten Öffentlichkeit aus. Fragen zur Evolution von Tieren und Menschen, zur Existenz eines Bauplans oder Entwurfs in der Biologie und zum Verhältnis zwischen Darwinismus und Lamarckismus wurden schnell zu zentralen Themen vieler wissenschaftlicher und philosophischer Texte, aber auch von Romanen und Zeitschriftenartikeln. Im viktorianischen England setzte sich Samuel Butler (1835-1902) sowohl in Romanen als auch in populären Essays kritisch mit der Evolution auseinander. Butlers Vorstellung von Evolution lehnte Darwins Theorie der natürlichen Selektion ab und schlug stattdessen eine neolamarcksche Philosophie der Evolution vor, die er „unbewusstes Gedächtnis“ nannte.
Durch die Analyse von Butlers Schriften führt Cristiano Turbil den Leser durch die Komplexität der kontinentalen Evolutionsdebatte und präsentiert eine neue und originelle Interpretation von Butlers wissenschaftlichem und literarischem Werk.
Cristiano Turbil lehrt derzeit Geschichte der Medizin und Wissenschaft am University College London. Seine Forschungen umfassen die Geschichte der Medizin und Wissenschaft im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert in Europa, Literatur und Wissenschaft und im weiteren Sinne die Ideengeschichte.