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Fates of the Performative: From the Linguistic Turn to the New Materialism
Eine kraftvolle neue Untersuchung des Performativen, die die Frage „Was kommt als nächstes? „ für dieses abgedroschene Konzept
Seit seinen bescheidenen Ursprüngen in J. L. Austins Sprechakttheorie der 1950er Jahre hat das Performative die unterschiedlichsten wissenschaftlichen Bereiche durchdrungen, von der Dekonstruktion und dem Feminismus bis hin zur Rechtstheorie und sogar Theorien über die Struktur der Materie. Jeffrey T. Nealon geht der Frage nach, wie das Performative im 21. Jahrhundert lebendig bleiben wird, und argumentiert, dass es sich nie nur um sprachliche Bedeutung handelte, sondern vielmehr eine Einsicht in das Wirken immaterieller Kraft darstellt.
Fates of the Performative taucht tief in diese „performative Kraft“ ein, um über die anhaltende Macht und Relevanz dieses weitreichenden Konzepts nachzudenken. Nealon bietet sowohl eine Geschichte der Mutationen des Performativen als auch eine Diagnose seines gegenwärtigen Zustands und zeichnet nach, wie es in den letzten sechzig Jahren von wichtigen Autoren eingesetzt wurde, darunter von Denkern der ersten Stunde wie Jacques Derrida, Eve Kosofsky Sedgewick und Judith Butler, von zeitgenössischen Theoretikern wie Thomas Piketty und Antonio Negri sowie von der „konzeptuellen Poesie“ von Kenneth Goldsmith.
Letzten Endes wird Nealons Untersuchung von einer starken Frage angetrieben: Was ist in der performativen Theorie lebendig und was ist tot? Indem er die Reaktion gegen das Performative im aktuellen humanistischen Denken dekonstruiert, eröffnet Fates of the Performative wichtige Gespräche über Systemtheorie, Tierstudien, objektorientierte Ontologie und die digitalen Geisteswissenschaften. Nealons mitreißender Appell ist ein notwendiges Bekenntnis zur fortbestehenden Macht und Relevanz des Performativen in einer Zeit neoliberaler Vorherrschaft.