Bewertung:

Das Buch „Bad Vibrations“ von James Kennaway erforscht die historischen und psychologischen Auswirkungen von Musik auf den menschlichen Geist und beleuchtet die von ihr ausgehenden Gefahren und ihren Nutzen im Laufe der Geschichte. Es bietet eine aufschlussreiche Untersuchung darüber, wie Musik als Quelle des moralischen Verfalls, der Krankheit und der Manipulation angesehen wurde, wobei auch die einzigartige Rolle des Jazz in diesen Diskussionen erörtert wird.
Vorteile:Das Buch wird als großartige und unverzichtbare Lektüre gelobt, die wertvolle Einblicke in die Beziehung zwischen Musik und menschlicher Psychologie bietet. Kennaways detaillierte Erforschung historischer Darstellungen von Musik, kombiniert mit interdisziplinären Quellen, macht es zu einer informativen Studie über ein einzigartiges Thema.
Nachteile:Einige Leser empfanden das Buch als etwas schwerfällig und schwierig zu lesen, insbesondere für Nicht-Muttersprachler der englischen Sprache. Auch die Komplexität des Themas könnte für manche überwältigend sein.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Bad Vibrations: The History of the Idea of Music as a Cause of Disease
Musik wird schon seit König Davids Leier als Heilmittel gegen Krankheiten eingesetzt, aber die Vorstellung, dass sie eine ernsthafte Ursache für geistige und körperliche Krankheiten sein könnte, war bis zum späten 18. Zu dieser Zeit begannen Ärzte zu argumentieren, dass übermäßige Musik oder die falsche Art von Musik ein empfindliches Nervensystem überstimulieren und zu Krankheit, Unmoral und sogar zum Tod führen könnte.
Seitdem gab es immer wieder Wellen moralischer Panik wegen angeblicher Epidemien musikalischer Nervosität, die von Wagner über Jazz bis zum Rock 'n' Roll reichen. Diese medizinische und kritische Debatte lieferte die psychiatrische Rhetorik der „entarteten Musik“, die als Begründung für die Verfolgung von Musikern in Nazi-Deutschland und der Sowjetunion diente. In den 1950er Jahren verlagerte sich der Schwerpunkt der medizinischen Besorgnis über Musik auf die Vorstellung, dass „musikalische Gehirnwäsche“ und „unterschwellige Botschaften“ die Nerven belasten und zu Gedankenkontrolle, Geisteskrankheit und Selbstmord führen könnten.
In jüngerer Zeit haben die Verbreitung von Schallwaffen und der Einsatz von Musik bei Folterungen im so genannten Krieg gegen den Terror das Thema gesundheitsschädliche Musik in beunruhigender Weise aktuell gemacht. Dieses Buch skizziert und erläutert die Entwicklung der Idee der pathologischen Musik von der Aufklärung bis zur Gegenwart und leistet damit einen originellen Beitrag zur Geschichte der Medizin, der Musik und des Körpers.