Bewertung:

Derzeit gibt es keine Leserbewertungen. Die Bewertung basiert auf 2 Stimmen.
Faster, Higher, Stronger, Comrades!: Sports, Art, and Ideology in Late Russian and Early Soviet Culture
Die Wiederbelebung der Olympischen Spiele im Jahr 1896 und der anschließende Aufstieg der modernen Leichtathletik lösten eine neue, energiegeladene Bewegung aus, die sich von den eher sitzenden Gewohnheiten entfernte. In Russland wurde dieses Ethos bald zu einem wichtigen Bestandteil der gemeinsamen Zukunftsvision der Bolschewiki.
Auch nach der Revolution hielt die Verherrlichung der Bewegung an und wies den Weg zu einer stärkeren, gesünderen Bevölkerung und einer dynamischen sozialistischen Gesellschaft. Anhand einer interdisziplinären Analyse von Literatur, Malerei und Film zeigt Faster, Higher, Stronger, Comrades, wie körperliche Fitness einen noch größeren Einfluss auf Kultur und Ideologie in der Sowjetunion hatte, als bisher bekannt war.
Von vorrevolutionären Schriftstellern und Malern, die populäre Zirkusringer verherrlichten, bis hin zu sowjetischen Fotografen, die beispiellose Athletik als Mittel zur Befriedigung ihrer ästhetischen Ideale festhielten, nahmen die Künstler der Nation den Sport auf tiefgreifende, erfinderische Weise auf. Tim Harte zeigt, dass die Leichtathletik, auch wenn sie zu doktrinären Zwecken eingesetzt wurde, im Kern eine spielerische, freudige körperliche Betätigung war, die die Fantasie anregte und die alltägliche Realität veränderte.