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Chocolate Surrealism: Music, Movement, Memory, and History in the Circum-Caribbean
In Chocolate Surrealism beleuchtet Njoroge M. Njoroge die Zusammenhänge zwischen der Produktion, Aufführung und Rezeption populärer Musik an kritischen historischen Wendepunkten im späten 19. und 20. Der Autor untersucht verschiedene Ursprünge und Stile, um sozio-musikalische Bewegungen in einen größeren historischen Rahmen zu stellen.
Der Calypso wurde in der turbulenten Zwischenkriegszeit und den darauf folgenden Krisen des Kapitalismus populär. Der kubanische Rumba/Son-Komplex belebte die Nachkriegsära des amerikanischen Empires. Der Jazz explodierte in der Bandung-Periode und im Zuge der Entkolonialisierung. Und schließlich fiel der Nuyorican Salsa in die Zeit der Bürgerrechtsbewegung und der Anfänge der schwarzen/braunen Macht. Njoroge beleuchtet die zirkum-karibischen Musiken als kulturell und konzeptionell in die Geschichte der Region integriert. Er schenkt den Brüchen, Fragmentierungen und historischen Besonderheiten, die die Klänge der Region sowohl vereinen als auch trennen, große Aufmerksamkeit. Gleichzeitig setzt er sich mit einer größeren Diskussion über die atlantische Welt auseinander.
Njoroge untersucht die tiefgreifenden Wechselbeziehungen zwischen Musik, Bewegung, Erinnerung und Geschichte in der afrikanischen Diaspora. Er sieht die Musik sowohl als theoretischen Anker als auch als Ausdrucks- und Darstellungsform schwarzer Identitäten und politischer Kulturen. Musik und Performance bieten dem Autor die Möglichkeit, die Überschneidungen von Ethnie, Nationalismus und musikalischer Praxis sowie geopolitische Verbindungen neu zu theoretisieren. Darüber hinaus ermöglicht Musik Njoroge eine Neubewertung der Entwicklung des modernen Weltsystems im Kontext lokaler, populärer Antworten auf das globale Zeitalter. Das Buch analysiert verschiedene Stile, Zeiten und Politiken, um eine kurze Geschichte des Black Atlantic Sound zu entwerfen.