
Writing Across Time in the Twelfth Century: Historical Distance and Difference in the Kaiserchronik
Im 12. Jahrhundert wuchs das Interesse an der römischen Vergangenheit bei Autoren in ganz Europa, die nach historischen Vorlagen suchten, um die entstehenden politischen und kulturellen Identitäten in ihren eigenen Texten zu modellieren.
Die Kaiserchronik, die erste in der mittelhochdeutschen Volkssprache verfasste Chronik, ist ein Paradebeispiel für diese Entwicklung, da sie die Herrscher des mittelalterlichen deutschen Reiches mit den römischen Kaisern der Antike in Verbindung bringt. Die umfassende Studie zur Geschichtsschreibung der Chronik verbindet neue und alte Erkenntnisse der Wissenschaft mit innovativen Perspektiven auf den Text und zeigt, wie die episodische Form und der eigenwillige Inhalt der Chronik ein historisch-politisches Kontinuum bilden, das die römische Vergangenheit mit der deutschen Gegenwart des 12.
Jahrhunderts zeitübergreifend verbindet. Christoph Pretzer ist Postdoktorand an der Universität Bern, Schweiz.