Bewertung:

Das Buch „Hardhats, Hippies, and Hawks“ von Penny Lewis bietet eine gründliche Untersuchung der amerikanischen Antikriegsbewegung während des Vietnamkriegs, wobei insbesondere die bedeutende Rolle der Arbeiterklasse bei der Ablehnung des Konflikts hervorgehoben wird. Es stellt gängige Mythen über den Krieg und die Beteiligung verschiedener gesellschaftlicher Gruppen in Frage und vertritt die Auffassung, dass die Arbeiterklasse, einschließlich der Militärangehörigen, eine entscheidende Rolle bei der Beendigung des Krieges spielte. Das Buch dient als Korrektiv gegen den Geschichtsrevisionismus und bietet eine neue Perspektive auf die soziale und militärische Dynamik in dieser Zeit.
Vorteile:⬤ Bietet eine gut recherchierte und dokumentierte Darstellung der Antikriegsbewegung und hebt die Beteiligung der Arbeiterklasse hervor.
⬤ Hinterfragt falsch verstandene Erzählungen über den Krieg und die Demografie der Opposition.
⬤ Bietet Studenten und Pädagogen wertvolle Einblicke in die Geschichte des Vietnamkriegs.
⬤ Würdigt die Beiträge von Veteranen und Angehörigen der Streitkräfte in der Antikriegsbewegung.
⬤ Einige Leser könnten die starke Konzentration des Buches auf die historische Analyse als dicht oder herausfordernd empfinden.
⬤ Es deckt möglicherweise nicht alle Perspektiven gleichermaßen ab, so dass einige Stimmen unterrepräsentiert bleiben könnten.
⬤ Die Kritik des Autors an der Populärkultur und an politischen Persönlichkeiten könnte als übermäßig kritisch empfunden werden.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Hardhats, Hippies, and Hawks
In der öffentlichen Vorstellung wurde die Opposition gegen den Vietnamkrieg vor allem von College-Studenten und Elite-Intellektuellen getragen, während die angeblich reaktionären Arbeiter den Krieg weitgehend unterstützten. In Hardhats, Hippies, and Hawks stellt Penny Lewis diese kollektive Erinnerung an die Klassenpolarisierung in Frage.
Durch genaue Lektüre von Archivdokumenten, Populärkultur und Medienberichten der damaligen Zeit bietet sie eine genauere Gegenerinnerung an eine vielfältige, klassenübergreifende Opposition gegen den Krieg in Südostasien, die die Arbeiterbewegung, Studenten aus der Arbeiterklasse, Soldaten und Veteranen sowie Black-Power-, Bürgerrechts- und Chicano-Aktivisten umfasste. Lewis geht der Frage nach, warum das Bild der Klassenspaltung in der Kriegsgegnerschaft damals eine solche Zugkraft erlangte und sich seitdem im Gedächtnis der Bevölkerung festgesetzt hat. Indem sie die hauptsächlich aus der Mittelschicht stammende Kultur der frühen Antikriegsbewegung identifiziert, zeichnet sie nach, wie sich die Klasseninteressen ihrer ersten Organisatoren in ihren späteren Formen widerspiegelten.
Lewis zeigt, dass die Gründungsnarrative des klassenbasierten politischen Verhaltens in den späten 1960er und frühen 1970er Jahren verstärkt wurden, weil vor allem der Arbeiterklasse eine Stimme im öffentlichen Raum fehlte - ein Problem, das sich in der Folgezeit noch verschärfte, selbst als der Widerstand der Arbeiterklasse gegen den Krieg zunahm. Lewis entlarvt das landläufige Bild von konservativen Arbeitern und liberalen Eliten, die durch eine unüberbrückbare Kluft getrennt sind, als falsch und zeigt, dass gemeinsame politische Einstellungen und Handlungen zwischen diesen beiden Gruppen tatsächlich möglich sind.