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Black, Brown, & Beige: Surrealist Writings from Africa and the Diaspora
Der Surrealismus als Bewegung hat sich stets den Bemühungen der Kritiker widersetzt, ihn auf eine statische Definition zu beschränken - die Surrealisten selbst haben es stets vorgezogen, von ihm in Form von Dynamik, Dialektik, Zielen und Kämpfen zu sprechen. Dementsprechend haben surrealistische Gruppen stets die größtmögliche Vielfalt gefördert und vorgelebt - von Anfang an war die Bewegung entschieden gegen Rassismus und Kolonialismus, und sie umfasste Denker aller Ethnien und Nationen.
Dennoch sind in der umfangreichen kritischen Literatur zum Surrealismus bis auf wenige Ausnahmen alle schwarzen Dichter unsichtbar geblieben. In den akademischen Geschichtsbüchern und Sammelbänden wird der Surrealismus typischerweise, aber völlig zu Unrecht, als eine rein weiße Bewegung dargestellt, wie andere "Kunstschulen" europäischen Ursprungs. In krassem Gegensatz dazu wurden in den zahlreichen Publikationen der internationalen surrealistischen Bewegung regelmäßig Texte und Reproduktionen von Werken von Genossen aus Martinique, Haiti, Kuba, Puerto Rico, Südamerika, den Vereinigten Staaten und anderen Ländern veröffentlicht. Einige dieser Publikationen sind für Forscher leicht zugänglich, andere nicht, und einige fallen nicht unter die enge Definition des Surrealismus durch die Wissenschaft.
Diese Sammlung ist die erste, die die umfassende Beteiligung von Menschen afrikanischer Abstammung an der internationalen surrealistischen Bewegung in den letzten fünfundsiebzig Jahren dokumentiert. Die Herausgeber Franklin Rosemont und Robin D. G. Kelley wollen die Leser mit den schwarzen, braunen und beigen Surrealisten der Welt bekannt machen - mit Skizzen ihrer übersehenen Leben und Taten sowie ihrem wichtigen Platz in der Geschichte, insbesondere der Geschichte des Surrealismus.