Bewertung:

Das Buch bietet eine aufschlussreiche Untersuchung der Kämpfe um die Aufhebung der Rassentrennung, mit denen die katholischen Schulen in New Orleans konfrontiert waren, insbesondere aus der Perspektive der Jesuitengemeinschaft. Es hebt die starken Rassenunterschiede in den religiösen Einrichtungen dieser Zeit hervor und trägt zum Verständnis der katholischen Geschichte in Amerika bei.
Vorteile:Bietet tiefe Einblicke in die jesuitischen Perspektiven auf die Aufhebung der Rassentrennung in katholischen Schulen, gut recherchiert, Zugang zu primären Dokumenten der Gemeinschaft, trägt wesentlich zur Geschichtsschreibung der amerikanischen Religion bei.
Nachteile:Könnte in erster Linie diejenigen ansprechen, die eine persönliche Verbindung zu den beschriebenen Ereignissen haben, was das Publikum möglicherweise einschränkt; könnte von weiteren Werken zu ähnlichen Themen profitieren.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Black, White, and Catholic: New Orleans Interracialism, 1947-1956
Die meisten Geschichten über die Bürgerrechtsbewegung beginnen mit den Akteuren - organisierte Gruppen von Afroamerikanern, weiße Bürgerräte, nervöse Politiker und religiöse Führer, die um den richtigen Weg ringen. Anderson greift jedoch den historischen Moment unmittelbar davor auf, als kleine Gruppen schwarzer und weißer Katholiken in der Stadt New Orleans begannen, sich um die Aufhebung der Rassentrennung in der Erzdiözese zu bemühen, und die Gesellschaft Jesu (Jesuiten) nach und nach begann, die New Orleans-Provinz still und leise zu integrieren.
Anderson führt die Leser durch die turbulenten Jahre unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg, als die römisch-katholische Kirche im amerikanischen Süden darum kämpfte, ihr Engagement für soziale Gerechtigkeit mit dem rechtlichen und sozialen Erbe der Jim-Crow-Gesellschaft in Einklang zu bringen. Obwohl diese frühen Reformbemühungen im Großen und Ganzen scheiterten, dienten sie dazu, katholische Befürworter und Gegner der Bürgerrechtsbewegung zu mobilisieren, und lieferten ein Modell für erfolgreichere Bemühungen zur Aufhebung der Rassentrennung in den 60er Jahren.
Da Anderson selbst Jesuit war, hat er Zugang zu Archiven, die anderen Wissenschaftlern verschlossen bleiben. Seine profunde Kenntnis der Geschichte der katholischen Kirche erlaubt es ihm auch, Verbindungen zwischen dieser historischen Periode und der Gegenwart zu ziehen. Im Widerstand gegen die Aufhebung der Rassentrennung findet Anderson den Ausdruck einer eindeutig amerikanischen Form des Katholizismus, in der Laien von den kirchlichen Autoritäten erwarten, dass sie ihre Ideen und Überzeugungen auf fast demokratische Weise ratifizieren. Der von ihm beschriebene Konflikt besteht sowohl zwischen populären und hierarchischen Modellen der Kirche als auch zwischen Segregation und Integration.
Dieses Buch wurde durch ein Stipendium des Louisiana Endowment for the Humanities, einer staatlichen Zweigstelle des National Endowment for the Humanities, ermöglicht.