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Black Face, Maligned Race: The Representation of Blacks in English Drama from Shakespeare to Southerne
Anthony Barthelemy untersucht den Einfluss der englischen politischen, sozialen und theatralischen Geschichte auf die Darstellung schwarzer Charaktere auf der englischen Bühne zwischen 1589 und 1695. Er zeigt, dass Schwarzsein fast ausnahmslos mit Verrat, Bosheit und Hässlichkeit assoziiert wurde.
Barthelemy konzentriert sich vor allem auf schwarze Charaktere, die in mimetischen Dramen auftraten, untersucht aber auch zwei nicht-mimetische Untergattungen: die Hofmasken und die Festzüge der Lord Mayors. Die häufigste schwarze Figur war der schurkische Mohr. Der für seine ungezügelte Libido und sein kriminelles Verhalten bekannte Mohr war, so Barthelemy, der Stammvater des stereotypen Schwarzen in der heutigen Welt.
Um die historische Entwicklung seiner Figur zu erklären, bietet Barthelemy eine ausführliche etymologische Studie des Wortes Mohr und eine Diskussion der rezipierten Tradition, die das Schwarzsein zu einem Zeichen des Bösen und der Sünde machte.
Bei der Analyse der theatralischen Ursprünge des Mohren erörtert Barthelemy die mittelalterliche dramatische Tradition in England, die den Teufel und die Verdammten als schwarze Männer darstellte. Auch Variationen des Stereotyps, der ehrliche Mohr und die maurische Kellnerin, werden untersucht.
Neben den schwarzen Charakteren betrachtet Barthelemy auch amerikanische Ureinwohner und weiße Nordafrikaner, die ebenfalls als Mauren bezeichnet wurden. Die Analyse der Charakterisierung nicht-schwarzer, nicht-christlicher Männer bietet die Möglichkeit zu verstehen, wie wichtig das Schwarzsein bei der Darstellung von Afrikanern war. Zwei Werke, Peele's The Battle of Alcazar und Southerne's Oroonoko, bilden den Rahmen für Barthelemy's Studie, da sie wichtige Meilensteine in der dramatischen Darstellung von Schwarzen darstellen.
In Peele's Alcazar wurde der erste schwarze Mohr von dramatischer Bedeutung auf die mimetische Bühne gebracht, und Sotherne's Oroonoko war das erste Stück, in dem ein afrikanischer Sklave der Held war. Zu den weiteren behandelten Stücken gehören Kekers Lust Dominion, Heywoods The Fair Maid of the West, Beaumont und Fletchers The Knight of Malta, Marstons Wonder of Women sowie Shakespeares Titus Andronicus und Othello. In seiner provokanten Studie über Othello zeigt Barthelemy, wie sich stereotype Einstellungen gegenüber Schwarzen zunächst umkehren und wie Othello schließlich dazu verleitet wird, entsprechend dem Stereotyp zu handeln.
Black Face, Maligned Race ist das erste Werk, das die Darstellung von Schwarzen in den Dramen dieser Zeit in einem vollständigen kulturellen Kontext untersucht, und wird für jeden, der sich für die stereotype Darstellung von Schwarzen in der Literatur interessiert, aufschlussreich sein.