Bewertung:

Marcus Jerkins' Buch „Black Lives Matter to Jesus“ untersucht die Bedeutung der Bekehrung des äthiopischen Eunuchen in der Apostelgeschichte als Darstellung des schwarzen Lebens im christlichen Evangelium. Es kritisiert „farbenblinde“ Interpretationen der Heiligen Schrift und unterstreicht die Notwendigkeit von Gerechtigkeit und Versöhnung über Rassengrenzen hinweg.
Vorteile:Das Buch ist gut recherchiert, pastoral einfühlsam, für verschiedene Bildungsniveaus ansprechend und bietet ein bedeutendes theologisches Verständnis der Würde der Schwarzen im Evangelium sowie einen zeitgemäßen Aufruf zu Gerechtigkeit und Versöhnung.
Nachteile:Ein wichtiger neuerer Kommentar zur Apostelgeschichte bleibt bemerkenswerterweise unerwähnt.
(basierend auf 2 Leserbewertungen)
Black Lives Matter to Jesus: The Salvation of Black Life and All Life in Luke and Acts
Der dritte Evangelist stellt die dunkelhäutigen Menschen in den Mittelpunkt seiner Behauptung in Lukas und der Apostelgeschichte, dass das Evangelium Jesu die Kinder Gottes wiederherstellt. In der literarischen Umgebung des Lukas war die Identität der Kinder Gottes mit der nationalen/ethnischen Identität verbunden.
In vielen jüdischen Texten wird die Stellung der Juden als Kinder Gottes begründet, weil sie durch den Bund mit Gott verbunden sind; sie sind Gottes Erstgeborene. Aber es gibt in dieser Tradition auch eine allgemeinere Auffassung, dass alle Menschen nach dem Bilde Gottes geschaffen sind und somit durch Adam Kinder Gottes sind. Im Lukasevangelium behauptet Lukas, dass alle Völker und alle Ethnien, einschließlich Israel, einen fragwürdigen kindlichen Status gegenüber Gott haben.
Sowohl Israel als auch die Völker werden durch Jesus, den Sohn Gottes, wieder als Kinder Gottes anerkannt. In der Apostelgeschichte schildert Lukas die anfängliche Rückkehr Israels und aller Völker zu Gott durch das Zeugnis der vom Heiligen Geist bevollmächtigten Kirche.
Um die Rückkehr aller Völker zu Gott zu versinnbildlichen, erzählt Lukas von der Errettung der schwarzhäutigen Afrikaner. Diese Schwarzen werden hervorgehoben, um zu verdeutlichen, dass ihre Vertretung in der Kirche das universelle Ausmaß zeigt, das die Erlösung durch Jesus Christus erreichen wird.
Ihre Anwesenheit in der Kirche soll auch dazu dienen, ihre schwarze Haut entgegen der ästhetischen Voreingenommenheit zu würdigen, die in der griechisch-römischen Sichtweise zu dieser Zeit vorherrschte. Diese Umkehrung der ethnografischen Voreingenommenheit half den Zuhörern des Lukas, eine am Evangelium orientierte Kritik an der Abwertung des schwarzen Lebens aufrechtzuerhalten.