Bewertung:

Das Buch ist eine umfassende Sammlung, die das Leben und das Werk des Komponisten Julius Eastman würdigt und Essays enthält, die sowohl biografische Einblicke als auch kritische Analysen seiner Musik bieten. Die von Mary Jane Leach und Renée Levine Packer zusammengestellte Sammlung wird für ihre Gründlichkeit und die persönlichen Verbindungen der Autoren zu Eastman gelobt, die die Komplexität seines Charakters und seiner Beiträge zur Musik hervorheben. Sie ist eine wichtige Quelle für das Verständnis von Eastman und seiner Stellung in der Musiklandschaft.
Vorteile:Das Buch ist gut redigiert und enthält Beiträge von Personen, die Eastman gekannt haben, die persönliche Einblicke und einen reichen Kontext bieten. Es verbindet biografische Skizzen mit akademischen Analysen, was es sowohl informativ als auch fesselnd macht. Der einleitende Essay von George E. Lewis zeichnet sich besonders durch seine Tiefe und Autorität aus. Er dient als umfassender Bezugspunkt für künftige Studien über Eastman.
Nachteile:Einige der Aufsätze neigen zur akademischen Analyse, was für Gelegenheitsleser weniger ansprechend sein könnte. Die Diskussionen über Eastmans Probleme mit Drogenkonsum oder psychischer Gesundheit sind komplex und ungelöst, was dazu führen kann, dass einige Aspekte seines Lebens unvollständig oder umstritten erscheinen.
(basierend auf 3 Leserbewertungen)
Gay Guerrilla: Julius Eastman and His Music
Der Komponist und Performer Julius Eastman (1940-90) war ein Rätsel. Er fühlte sich in den vielen Welten, in denen er lebte, wohl und unwohl zugleich: schwarz, weiß, schwul, heterosexuell, klassische Musik, Disco, akademische Welt und Downtown New York. Seine Musik, eindringlich und geradlinig, widersetzt sich jeder Etikettierung und ist von einer Spannung durchdrungen, die auch heute noch bei Musikern, Wissenschaftlern und dem Publikum nachhallt. Eastmans provokante Titel, darunter Gay Guerrilla, Evil Nigger, Crazy Nigger und andere, überfallen uns mit seinen Obsessionen.
Eastman testete mit seiner politischen Aggressivität Grenzen aus, was sich in legendären Skandalen wie seiner Aufführung von John Cages Song Books im Juni 1975, die homoerotische Einwürfe enthielt, und dem Aufruhr über seine Titel an der Northwestern University zeigte. Diese Episoden sind Beispiele für Eastmans Beharrlichkeit, mit der er die Grenzen des Akzeptablen in den hoch aufgeladenen Arenen der sexuellen und bürgerlichen Rechte auslotete.
Zusätzlich zu den Analysen von Eastmans Musik bieten die Essays in Gay Guerrilla Hintergrundinformationen zu seiner bemerkenswerten Lebensgeschichte und der sozialen Landschaft dieser Zeit. Das Buch bietet ein authentisches Porträt eines bemerkenswerten amerikanischen Künstlers, das sowohl für den allgemeinen Leser als auch für Wissenschaftler, die sich für die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts, Amerikanistik, Schwulenrechte und Bürgerrechte interessieren, eine interessante Lektüre darstellt.
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Ren e Levine Packers Buch This Life of Sounds: Abende für neue Musik in Buffalo wurde mit dem ASCAP Deems Taylor Award für hervorragende Leistungen ausgezeichnet. Mary Jane Leach ist Komponistin und freiberufliche Autorin und schreibt derzeit Musik- und Theaterkritiken für die Albany Times-Union.