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Soul in Seoul: African American Popular Music and K-Pop
K-Pop (koreanische Popmusik) ist heute eines der populärsten Musikgenres der Welt, ein Phänomen, das Zuhörer aller Altersgruppen und Nationalitäten anspricht. In Soul in Seoul: African American Popular Music and K-Pop untersucht Crystal S.
Anderson den wichtigsten und oft übersehenen Aspekt des K-Pop: die Musik selbst. Sie zeigt, wie der zeitgenössische K-Pop musikalische und performative Elemente der afroamerikanischen Populärmusikkultur aufgreift und einbezieht und wie die Fans außerhalb Koreas diese Bezüge verstehen. Der K-Pop entstand in den 1990er Jahren mit unmittelbarem globalem Anspruch und kombinierte musikalische Elemente aus koreanischen und fremden Kulturen, insbesondere aus dem Rhythm and Blues-Genre der schwarzen amerikanischen Popmusik.
Die koreanischen Solokünstler und Gruppen lehnen sich an die Instrumentierung und den Gesang der R&B-Genres, insbesondere des Hip-Hop, an und zitieren diese. Außerdem bereichern sie die R&B-Tradition, indem sie koreanische musikalische Strategien anwenden.
Diese musikalischen Zitierpraktiken werden von den weltweiten Fans, die als Teil der K-Pop-Musikpresse und des Werbeapparats fungieren, als authentisch angesehen. K-Pop-Künstler zitieren auch Elemente afroamerikanischer Performances in koreanischen Musikvideos. Dadurch werden stereotype Darstellungen von asiatischen und afroamerikanischen Künstlern durchbrochen.
Durch diesen Prozess ist K-Pop wohl zu einem Zweig einer globalen R&B-Tradition geworden. Anderson argumentiert, dass koreanische Popgruppen an dieser Tradition teilhaben, indem sie durch ihre kulturelle Arbeit eine globale Form des Crossover schaffen und Formen der Authentizität aufrechterhalten, die nicht gefälscht werden können und die R&B-Tradition über die Schwarz-Weiß-Schiene hinaus vorantreiben.