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Seeing Like a Citizen: Decolonization, Development, and the Making of Kenya, 1945-1980
In Seeing Like a Citizen betrachtet Kara Moskowitz die späte koloniale und frühe postkoloniale Ära Kenias als eine einzige Periode des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Übergangs. Indem sie sich auf die kenianische Landbevölkerung konzentriert - die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung und die Hauptzielgruppe der Entwicklungsmaßnahmen -, bietet sie neue Einblicke in die Struktur des politischen Lebens im entkolonialisierten Kenia und in der frühen postkolonialen Welt.
Auf der Grundlage zahlreicher Archivquellen und mündlicher Überlieferungen, die sich auf das westliche Rift Valley konzentrieren, leistet Seeing Like a Citizen drei grundlegende Beiträge zu unserem Verständnis der afrikanischen und kenianischen Geschichte. Erstens stellt es die weithin akzeptierte Vorstellung vom „Gatekeeper“-Staat in Frage und zeigt auf, dass die staatliche Kontrolle begrenzt blieb und der postkoloniale Staat eine innerlich vielfältige und oft widersprüchliche Institution war. Zweitens verändert sie unser Verständnis von postkolonialer Staatsbürgerschaft, indem sie zeigt, dass das Gleichgewicht von Rechten und Pflichten weder eingefordert noch aufgezwungen, sondern ausgehandelt und differenziert wurde.
Drittens richtet es die kenianische Geschichtsschreibung neu aus, weg vom zentralen Kenia und der postkolonialen Politik der Eliten. Das Ergebnis ist eine aussagekräftige Untersuchung der Erfahrungen mit der Unabhängigkeit, der Bedeutung und Form von Entwicklung und der Art und Weise, wie globale politische Praktiken vor Ort zusammengesetzt und neu zusammengesetzt wurden.