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Seismic City: An Environmental History of San Francisco's 1906 Earthquake
Am 18. April 1906 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,8 die Region San Francisco und löste Brände aus, die die halbe Stadt niederbrannten. Die Katastrophe mit all ihren Elementen - Erdbeben, Brände und Wiederaufbau - hat die städtische Ordnung tiefgreifend gestört und San Franciscos vermeintliche Beständigkeit in Frage gestellt.
Die Krise brach vorübergehend die räumliche Trennung von Klasse und Rasse auf und verdeutlichte das umstrittene Terrain der städtischen Natur in einer Zeit weit verbreiteter Klassenkonflikte, schwelender ethnischer Spannungen und kontroverser Reformbemühungen. Vom Vorschlag, Chinatown aus dem Stadtzentrum zu verdrängen, bis hin zu einer Vision von San Francisco, das im Namen der Abwasserentsorgung mit Beton gepflastert werden sollte, beinhaltete der Wiederaufbauprozess eine Neuplanung der Orte von Mensch und Natur. In ihrem Eifer, ihre Stadt wiederherzustellen, spielten die Einwohner San Franciscos die Rolle des Erdbebens herunter und entschieden sich weiterhin für Entwicklungsmuster, die das Risiko vergrößerten.
In dieser eingehenden Studie über das Erdbeben von 1906 in San Francisco untersucht Joanna L. Dyl die Jahrzehnte, die zu dem katastrophalen Ereignis führten, sowie die Erholung der Stadt von diesem Ereignis. Durch die Kombination von städtischer Umweltgeschichte und Katastrophenforschung zeigt Seismic City, wie die Krise und der anschließende Wiederaufbau das dynamische Zusammenspiel von natürlichen und menschlichen Einflüssen widerspiegeln, die San Francisco geprägt haben.