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Secondary Influences on Neuropsychological Test Performance
Klinische Neuropsychologen sind sich seit langem darüber im Klaren, dass sowohl primäre als auch sekundäre Faktoren zur kognitiven Dysfunktion bei neurologischen Patienten beitragen. Primäre Einflüsse sind das direkte Ergebnis des Ausmaßes und des Ortes der Schädigung des Gehirns. Sekundäre Einflüsse ergeben sich aus anderen Faktoren, die mit der Hirnverletzung oder -erkrankung zusammenhängen, abgesehen von den spezifischen betroffenen Hirnregionen. So kann ein Patient mit einer neurologischen Erkrankung beispielsweise eine Depression entwickeln, die sich wiederum häufig auf die kognitiven Funktionen auswirkt. Neben Depressionen können sich auch andere sekundäre Faktoren im Zusammenhang mit einer Krankheit negativ auf die kognitiven Funktionen auswirken, z. B. Angstzustände, Schmerzen, Müdigkeit und motorische Beeinträchtigungen.
Obwohl die Bedeutung solcher sekundären Faktoren für die kognitive Leistungsfähigkeit in der klinischen Neuropsychologie weithin anerkannt ist, gab es bisher keine einzige Quelle für diese Informationen, die für Kliniker und Forscher leicht zugänglich war. Der vorliegende Band stellt eine solche Quelle dar und verwendet einen evidenzbasierten Rahmen, der aus zwei großen Abschnitten besteht. Der erste Abschnitt enthält Kapitel, die sich umfassend mit bestimmten sekundären Einflüssen befassen, unabhängig von einer bestimmten neurologischen Störung. So gibt es beispielsweise Kapitel über die Auswirkungen von Depression, Angst, Müdigkeit, Schmerzen, Diagnosebedrohung und Symptominvalidität auf die kognitive Leistungsfähigkeit. Der zweite Abschnitt enthält Kapitel über spezifische neurologische Erkrankungen und die wichtigsten sekundären Faktoren, die bei diesen Erkrankungen berücksichtigt werden müssen. Multiple Sklerose, HIV, Morbus Parkinson, Schädel-Hirn-Trauma, Alzheimer/MCI/Schlaganfall und Epilepsie werden hier behandelt. Die Kapitel enthalten anschauliche Fallbeispiele.
Studien zur Veranschaulichung der in den Kapiteln dargelegten Grundsätze, damit Kliniker überlegen können, wie diese Grundsätze auf bestimmte Patienten angewendet werden können. Die Kapitel enthalten auch evidenzbasierte Leitlinien für die klinische Praxis. Im letzten Kapitel werden einige Bereiche hervorgehoben, die weiterer Forschung und Untersuchung bedürfen und für Kliniker von besonderem Interesse und Bedeutung sind.