
Self-Representation in an Expanded Field
Definiert als ein Selbstbild, das mit einem tragbaren Mobilgerät aufgenommen und über Social-Media-Plattformen geteilt wird, hat das Selfie dazu beigetragen, dass die Selbstdarstellung zu einem allgegenwärtigen Bestandteil des global vernetzten modernen Lebens geworden ist. Darüber hinaus haben Selfies eine Vielzahl von Praktiken der Bilderzeugung ermöglicht und es sonst eher marginalisierten Bevölkerungsgruppen erlaubt, Selbstdarstellungen in die visuelle Kultur einzubringen.
Im westeuropäischen und nordamerikanischen kunsthistorischen Kontext wurde das Selbstporträt eher starr, wenn auch schräg definiert, und Selfies haben eine Verschiebung in Bezug darauf ermöglicht, wer buchstäblich die Macht über das Selbstbildnis hat. Wie Selbstporträts sind nicht alle Selfies von Natur aus ästhetisch oder konzeptionell rigoros oder avantgardistisch. Aber - und das ist das Ziel dieses Projekts, das sich mit verschiedenen interdisziplinären Ansätzen befasst - Selfies haben die visuelle Kultur, die zeitgenössische Kunst und insbesondere die Porträtmalerei unwiderruflich beeinflusst.
Selfies bieten neue Formen der Selbstdarstellung, bringen neue Ästhetiken hervor und fordern etablierte Methoden heraus. Sie beweisen, dass wir als Wissenschaftler und Bildgestalter uns anpassen und innovativ sein müssen, um mit der aktuellsten Form der Selbstdarstellung zurechtzukommen.
Die hier versammelten Aufsätze werden zeigen, dass es in der heutigen Zeit notwendig und vorteilhaft ist, die Vorzüge und Interventionen von Selfies und Selbstporträts in einem erweiterten Feld der Selbstdarstellung zu betrachten. Wir laden Autorinnen und Autoren ein, interdisziplinäre, globale Perspektiven einzunehmen, um verschiedene Subgenres, ästhetische Praktiken und Linien zu untersuchen, in denen Selfies den Diskurs über Selbstdarstellung im erweiterten Feld von heute bereichern.