Bewertung:

Das Buch „Serbia's Secret War“ von Philip Cohen stellt eine kontroverse Darstellung der Rolle Serbiens im Zweiten Weltkrieg dar, wobei der Schwerpunkt auf Propaganda und Geschichtsrevisionismus liegt. Es beleuchtet die Komplexität der ethnischen Beziehungen und die Dualität von Kollaboration und Widerstand zwischen verschiedenen Gruppen auf dem Balkan. Während einige die Einblicke und den Zugang zu bisher unterdrückten Quellen loben, kritisieren andere das Buch als parteiische Propaganda gegen die Serben.
Vorteile:⬤ Bietet Zugang zu wichtigen historischen Dokumenten und Quellen, die zuvor ignoriert oder unterdrückt wurden.
⬤ Bietet eine Gegenerzählung zu den traditionellen Ansichten über die Rolle Serbiens im Zweiten Weltkrieg und stellt die Vorstellung von der serbischen Unschuld in Frage.
⬤ Zeigt den doppelten Charakter verschiedener ethnischer Gruppen während des Krieges auf und betont, dass die Gräueltaten von mehreren Parteien begangen wurden.
⬤ Das Buch ist so geschrieben, dass es eine ausgewogene historische Perspektive bietet.
⬤ Vorwürfe der Voreingenommenheit gegenüber den Serben, wobei einige Rezensenten behaupteten, dass das Buch eine antiserbische Agenda vertritt.
⬤ Bedenken hinsichtlich der Qualifikation des Autors in Bezug auf Balkanstudien, da er keinen Hintergrund in Geschichte hat.
⬤ Einige Leser sind der Meinung, dass das Buch bedeutende Gräueltaten, die während des Krieges an Serben begangen wurden, herunterspielt.
⬤ Zahlreiche negative Rezensionen verweisen auf vermeintliche Ungenauigkeiten, propagandaähnliche Behauptungen und mangelnde wissenschaftliche Sorgfalt.
(basierend auf 41 Leserbewertungen)
Serbia's Secret War: Propaganda and the Deceit of History
Ein ganzes Stück serbischer Geschichte ist verschwunden. Und mitten im jüngsten Jugoslawien-Krieg - dem schlimmsten Blutbad in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg - haben serbische Politiker, Propagandisten und revisionistische Historiker einen zynischen Versuch unternommen, das fehlende Stück zu ersetzen, indem sie die Geschichte des Holocausts neu geschrieben haben: Die Serben waren keine Kollaborateure der Nazis beim Völkermord, sondern lediglich Opfer der gleichen Gräueltaten wie die Juden; und die serbischen Bestrebungen nach einem Großserbien werden nicht von mörderischem, nationalistischem Hass angetrieben, sondern von dem Wunsch eines Opfers, ein sicheres Heimatland zu beanspruchen, ein serbisches Gelobtes Land.
Damit ist das derzeitige Blutvergießen gerechtfertigt. Philip J. Cohen argumentiert, dass eine solche Propagandakampagne, die von Belgrad ausging, bereits in den ersten Tagen nach dem Zweiten Weltkrieg begann und sich seitdem in den Weltmedien sowie in populären Kommentaren und wissenschaftlichen Analysen niedergeschlagen hat.
Noch erstaunlicher ist, dass diese Kampagne vor allem in Israel sehr erfolgreich war.
In seinem Versuch, die serbische Bilanz während der Nazi-Besatzung nicht nur zu belegen, sondern auch zu erklären, führt Cohen den Leser zurück ins Serbien des 19. Jahrhunderts, um die Grundlagen eines politischen und sozialen Systems aufzudecken, das teilweise auf ethnischen Vorurteilen und der Verherrlichung von Gewalt beruhte.
Der Aufstieg des serbischen Faschismus in den 1930er Jahren war daher unvermeidlich - er wurde durch die Politik der Macht- und Landnahme vorbestimmt. Serbien im Krieg mit der Geschichte zeichnet sich durch eine umfassende Darstellung und eine tiefgreifende Untersuchung der sozialen und politischen Erfahrungen in Jugoslawien aus und stützt sich dabei in hohem Maße auf Dokumente, die dem Westen bisher nicht zugänglich waren. Ein Teil der schriftlichen Aufzeichnungen wurde übersetzt und wird hier zum ersten Mal in voller Länge veröffentlicht.
Cohens sorgfältige Studie über die Rolle Serbiens im Zweiten Weltkrieg wird die Sichtweise von Wissenschaftlern, politischen Entscheidungsträgern und der breiten Öffentlichkeit auf das Blutvergießen im ehemaligen Jugoslawien - und das Verständnis für die Gründe dafür - grundlegend verändern. Der Mediziner Philip J. Cohen hat umfangreiche Forschungen zur Geschichte und Politik auf dem Balkan betrieben.
Dr. Cohens Buch ist von einzigartigem Wert, weil es zwei wichtige Ziele verfolgt: die oft missverstandene und falsch dargestellte Geschichte des serbischen Nationalismus und der serbischen Kollaboration mit den Nazis zu dokumentieren und einige der Mythen zu entlarven, die serbische Extremisten heute im ehemaligen Jugoslawien benutzen, um eine neue Runde des Völkermords und der ethnischen Säuberung zu rechtfertigen.
Dadurch wird die Aufgabe der Revisionisten und Kriegsverbrecher noch schwieriger.