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Sex, Needs, and Queer Culture: From Liberation to the Postgay
In den frühen Bewegungen zur sexuellen Befreiung waren viele davon überzeugt, dass die Investition des Kapitalismus in die Normen der heterosexuellen Familie bedeutet, dass jede Infragestellung dieser Normen unweigerlich antikapitalistisch ist. In den letzten Jahren sind die lesbischen und schwulen Subkulturen jedoch immer mehr zum Mainstream geworden und haben sich kommerzialisiert - was sich beispielsweise in der Unterstützung von Pride-Veranstaltungen durch Unternehmen zeigt -, während die anfängliche Radikalität der sexuellen Befreiung relativ konservativen Zielen in Bezug auf Ehe und Adoptionsrecht gewichen ist.
In der Zwischenzeit hat die Queer-Theorie diese "Homonormativität" oder Assimilierung kritisiert, als ob ein Verrat begangen worden wäre. In Sex, Needs and Queer Culture (Sex, Bedürfnisse und Queer-Kultur) versucht David Alderson, diese Veränderungen sowohl in den Queer-Bewegungen als auch in der breiteren Gesellschaft zu erklären, und plädiert nachdrücklich für einen eigenständigen theoretischen Rahmen.
Durch eine kritische Neubewertung der Arbeit von Herbert Marcuse sowie der Kulturtheoretiker Raymond Williams und Alan Sinfield stellt Alderson die Frage, ob der Kapitalismus für Queers fortschrittlich ist, bewertet die ausgeprägte Radikalität der Gegenkultur, die zu Queer mutiert ist, und unterscheidet zwischen Avantgarde-Protest und subkultureller Entwicklung. Auf diese Weise bietet das Buch neue Wege, um über Sexualität und ihre Beziehungen zum umfassenderen Projekt der menschlichen Befreiung nachzudenken.