Bewertung:

Das Buch bietet eine fesselnde und moderne Erzählung, die im Jahr 1925 in Shanghai spielt und die Komplexität der japanischen Identität und Beziehungen in einem fremden Land untersucht. Es bietet einen interessanten Einblick in das Leben der japanischen Auswanderer und ihre nationale Identität in einer politisch aufgeladenen Zeit.
Vorteile:⬤ Fesselnder und moderner Schreibstil trotz der Veröffentlichung im Jahr 192
⬤ Bietet wertvolle Einblicke in die chinesisch-japanischen Beziehungen und das soziopolitische Klima im Shanghai der Vorkriegszeit.
⬤ Interessante Charakterdynamik, die nationale Pflichten und Ideologien widerspiegelt.
⬤ Empfohlen für diejenigen, die japanische Literatur studieren.
⬤ Zugänglich und leicht zu lesen.
⬤ Ein detailliertes Verständnis der chinesisch-japanischen Politik kann das Verständnis für die Geschichte verbessern, ist aber nicht unbedingt erforderlich.
⬤ Die Charaktere wirken eher wie Repräsentanten ihrer Länder als voll entwickelte Persönlichkeiten.
⬤ Es gibt keine Kindle-Version, was es für sehbehinderte Leser schwierig machen könnte.
(basierend auf 6 Leserbewertungen)
Shanghai, 33: A Novel by Yokomitsu Riichi
Shanghai, das zwischen 1928 und 1931 in Serie veröffentlicht wurde, erzählt die Geschichte einer Gruppe japanischer Auswanderer, die zur Zeit des Zwischenfalls vom 30.
Mai 1925 in der internationalen Siedlung leben. Das persönliche Leben und die Sehnsüchte der Hauptfiguren spielen sich vor dem historischen Hintergrund von Arbeiterunruhen, parteipolitischen Intrigen, kolonialistischen Ambitionen und Rassenpolitik ab.
Der Autor Yokomitsu Riichi (1898-1947) war ein Essayist, Schriftsteller und kritischer Theoretiker, der in den 1920er und 1930er Jahren zu einer der mächtigsten und einflussreichsten literarischen Figuren in Japan wurde. 1924 gründete Yokomitsu zusammen mit Kataoka Teppei und Kawabata Yasunari die Shinkankaku-ha (Schule der neuen Sensation), Künstler, die sich von den zeitgenössischen Avantgarde-Bewegungen in Europa - Dadaismus, Futurismus, Surrealismus, Expressionismus - inspirieren ließen, um die Konventionen der literarischen Sprache zu sprengen und aus dem auszubrechen, was sie als Gefängnis der modernen Kultur betrachteten. Ein Hauptmerkmal der Experimente der Schule war die Verwendung von schockierenden Bildern, die ihren Ursprung in den visuellen Effekten des Kinos hatten.
Yokomitsu verband die beeindruckende Visualität seines frühen experimentellen Stils mit einem realistischen Stil, der ein beunruhigendes Bild einer Stadt in Aufruhr zeichnet. Das Ergebnis ist eine brillante Beschwörung Shanghais als düsteres ideologisches Schlachtfeld, auf dem Träume von sexueller und wirtschaftlicher Vorherrschaft genährt werden.