Bewertung:

Das Buch ist eine Sammlung von Kurzkrimis, die im Shanghai des frühen 20. Jahrhunderts spielen und in denen ein chinesischer Detektiv auftritt. Während einige Leser die umgekehrte Reihenfolge der Geschichten frustrierend fanden, schätzten andere die faszinierende Erzählweise und den historischen Kontext. Die Qualität und der Stil der Übersetzung lassen an Sherlock Holmes denken.
Vorteile:⬤ Fesselnder Einblick in das Shanghai des frühen 20. Jahrhunderts
⬤ Faszinierende Detektivgeschichten, die an Sherlock Holmes erinnern
⬤ Gute Übersetzung
⬤ Einzigartiger Kontext der Hin- und Her-Übersetzung.
⬤ Die Geschichten sind in umgekehrter Reihenfolge, was frustrierend sein kann
⬤ manche finden die Sammlung langweilig und wenig glaubwürdig
⬤ der Gesamteindruck ist, dass sie weniger beeindruckend ist als erwartet.
(basierend auf 4 Leserbewertungen)
Sherlock in Shanghai: Stories of Crime and Detection by Cheng Xiaoqing
Shanghai in den 1920er und 1930er Jahren - "das Paris des Orients" - war sowohl eine glitzernde Metropole als auch eine Schattenwelt voller Verbrechen und sozialer Ungerechtigkeit. Es war auch die Heimat von Huo Sang und Bao Lang, den fiktiven chinesischen Gegenstücken zu Arthur Conan Doyles Sherlock Holmes und Dr.
Watson. Das Duo lebte in einer geräumigen Wohnung in der Aiwen Road, wo Huo Sang (schlecht) Geige spielte und Golden Dragon-Zigaretten rauchte, während er über seinen Fällen brütete. Cheng Xiaoqing (1893-1976), der "Großmeister" der chinesischen Detektivliteratur des 20.
Jahrhunderts, war bereits als Jugendlicher mit Conan Doyles äußerst populären Geschichten in Berührung gekommen.
In den darauffolgenden Jahren spielte er eine wichtige Rolle bei der Übertragung der Geschichten zunächst ins klassische und später ins Volkschinesische. In den späten 1910er Jahren begann Cheng, Kriminalromane ganz im Stil von Conan Doyle zu schreiben, mit Bao als Watson-ähnlichem Ich-Erzähler - ein immer noch seltener Fall einer so direkten Aneignung ausländischer Romane.
Cheng Xiaoqing schrieb Detektivgeschichten, um seinen Lesern die Vorteile des kritischen Denkens nahe zu bringen und sie zu Skepsis und tiefem Nachdenken zu ermutigen, denn die Wahrheit liegt oft hinter der Oberfläche. Seine Vorliebe für das Genre des Kriminalromans lässt sich darauf zurückführen, dass es Tradition und Moderne miteinander versöhnt. In "Der Schuh" löst Huo Sang den Fall mit sorgfältigen Überlegungen, während "Das andere Foto" und "Auf dem Huangpu" diese Überlegungen mit einer Sensationslust vermischen, die an die traditionelle chinesische Belletristik erinnert.
Auch "Der seltsame Mieter" und "Die Prüfungsarbeit" zeigen die Täuschung des ersten Eindrucks. In "Auf dem Ball" und "Das Katzenauge" geht es um die Südchinesische Schwalbe, einen Meisterdieb, der, wie andere Geächtete in den traditionellen Erzählungen, nur die Reichen und Mächtigen bestiehlt. "Eine Sommernacht" zeigt deutlich Chengs Strategie, seine chinesischen Leser mit erkennbar einheimischen Elementen zu fesseln, auch wenn er globalere Ansichten über Wahrheit und Gerechtigkeit vertritt.