
Security. Cooperation. Governance.: The Canada-United States Open Border Paradox
In der Vergangenheit haben sich nationale Grenzen so entwickelt, dass sie den Interessen der Zentralstaaten in Bezug auf Sicherheit und Regulierung des Handels dienten. Dieser Band untersucht die kanadisch-amerikanische Grenz- und Sicherheitspolitik, die sich aus den aufeinanderfolgenden Handelsabkommen seit den 1950er Jahren entwickelt hat und die durch neue und aufkommende Herausforderungen für die Sicherheit im 21. Jahrhundert. Die sektorale und geografische Vielfalt der grenzüberschreitenden Verflechtung der nach wie vor größten bilateralen Handelsbeziehung der Welt macht die Grenze zwischen Kanada und den USA zu einem lebendigen Laboratorium für die Untersuchung der Interaktion von Handel, Sicherheit und anderen Grenzpolitiken, die traditionelle zentralisierte Ansätze zur nationalen Sicherheit in Frage stellen.
Die Ergebnisse des Buches zeigen, dass die Grenzverwaltung mehrere regionale, sektorale und sicherheitspolitische Ebenen in einer Weise überspannt, die selten so detailliert dokumentiert wurde. Diese Entwicklungen haben zu einem Paradoxon der offenen Grenzen geführt: Umfangreiche, regional unterschiedliche Handels- und Personenströme haben zu einer Reihe von verschachtelten, aber voneinander abhängigen Sicherheitsregimen geführt, die auf verschiedenen Ebenen funktionieren und sich in verschiedenen Wirtschafts- und Politikbereichen unterscheiden. Diese Gegebenheiten haben zu einer regionalen und sektoralen Spezialisierung in den entsprechenden Sicherheitssystemen geführt. So unterscheidet sich beispielsweise die Just-in-Time-Automobilproduktion in der Region der Großen Seen erheblich von der Steuerung des maritimen und intermodalen Handels (und der Hafensysteme) an der Atlantik- und Pazifikküste, die sich wiederum von den rohstoffbasierten Systemen unterscheidet, die den vielfältigen Agrar- und Lebensmittelhandel in den kanadischen Prärien und den Great Plains der USA steuern.
Das Paradoxon der offenen Grenzen und ihre Legitimität sind eine Funktion der soliden bilateralen und mehrstufigen Governance, die auf wirksamen Partnerschaften mit den Regierungen der Teilstaaten und dem Privatsektor beruht. Eine wirksame Politik trägt den regionalen Unterschieden in den integrierten binationalen Sicherheits- und Handelsimperativen Rechnung. Gleichzeitig ist die binationale und kontinentale Politik in die Handels- und Sicherheitsbeziehungen der einzelnen Länder über Nordamerika hinaus eingebettet.