
Ruler Visibility and Popular Belonging in the Ottoman Empire, 1808-1908
In diesem Buch wird die These vertreten, dass das regelmäßige zeremonielle Eindringen in den Alltag der Menschen im gesamten Osmanischen Reich, das die jährlichen Feierlichkeiten zum königlichen Geburtstag und zum Thronbesteigungsdatum darstellten, vielfältige, weitreichende und weitgehend unerforschte Folgen hatte.
Einerseits brachten sie die einfachen Untertanen in symbolischen Kontakt mit dem Monarchen und schufen dauerhafte vertikale Loyalitätsbande zu ihm, unabhängig von Sprache, Wohnort, Glaubensbekenntnis oder Klasse. Andererseits spielte der Reigen der königlichen Feierlichkeiten eine Schlüsselrolle bei der Schaffung neuer Arten horizontaler Bindungen und eines ethnischen Gruppenbewusstseins, das sich in nationalen Bewegungen und nach dem Untergang des Reiches in nationalen Monarchien herauskristallisierte.