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She Came from Mariupol
GEWINNER DES LEIPZIGER BUCHMESSEPREISES 2017 - Als Natascha Wodins Mutter starb, war Natascha erst zehn Jahre alt - zu jung, um zu erfahren, was ihre Mutter im Zweiten Weltkrieg erlebt hatte. Alles, was das kleine Mädchen wusste, war, dass sie Trümmer waren, menschliche Überreste aus dem Krieg.
Jahre später machte sich Natascha auf die Suche, um herauszufinden, was mit ihrer Mutter während dieser Zeit geschehen war. Warum hatten sie in einem Lager für "Displaced Persons" gelebt? Woher stammte ihre Mutter? Was hatte sie erlebt? Das Einzige, was sie wusste, war, dass ihre Eltern 1943 im Rahmen des NS-Zwangsarbeitsprogramms Mariupol in der Ukraine in Richtung Deutschland verlassen mussten. Mit diesem begrenzten Wissen beschloss Natascha, das Puzzle der Vergangenheit ihrer Familie zusammenzusetzen.
Das Ergebnis ist ein hochgelobtes, wunderschönes Stück Prosa, das in seiner Herangehensweise Vergleiche mit W. G.
Sebald gezogen hat. Wie Sebald geht es Natascha darum, die Geschichten derjenigen wiederzugewinnen, die nicht mehr für sich selbst sprechen können. Die Autorin ist nicht nur auf der Suche nach der Geschichte ihrer eigenen Familie, sondern sie ist sich auch bewusst, dass sie Neuland betritt: Berichte über das Schicksal von Zwangsarbeitern und Displaced Persons sind in der Literatur über den Zweiten Weltkrieg und seine Gräueltaten immer noch eine Seltenheit.
Nataschas persönliche Hommage an die Lebensgeschichte ihrer Mutter ist ein wichtiges lyrisches Mahnmal für die Tausenden von Osteuropäern, die während des Krieges gezwungen waren, ihre Heimat zu verlassen und in Deutschland zu arbeiten, und eine bewegende Reflexion über die Notlage vertriebener Völker in allen Zeiten. Dies ist ein dunkel leuchtender Bericht über das Schicksal eines einzelnen Menschen, der eine enorme emotionale Kraft entwickelt - sein Thema steht stellvertretend für das Schicksal von Millionen.