
Seven Essays on Populism: For a Renewed Theoretical Perspective
Dieser wichtige Beitrag hinterfragt zentrale Merkmale der vorherrschenden europäischen Theorielandschaft auf dem Gebiet der Populismusforschung, indem er bestehende Debatten vorantreibt und neue Denkansätze in Verbindung mit Erkenntnissen aus der zeitgenössischen lateinamerikanischen politischen Erfahrung und Perspektive vorstellt.
In jedem Aufsatz - der Titel ist eine Anspielung auf den einflussreichen sozialistischen Denker Jos Carlos Mari tegui, von dem sich die Autoren inspirieren ließen - verbinden die führenden argentinischen Wissenschaftlerinnen Paula Biglieri und Luciana Cadahia Schlüsseldimensionen des Populismus mit verschiedenen Themen wie dem modernen Feminismus, der Militanz und dem Neoliberalismus, um eine Diskussion über die konstitutive Natur, die Ziele und das Potenzial populistischer sozialer Bewegungen anzuregen. Biglieri und Cadahia scheuen sich nicht, mit ihrer offenen Einschätzung des Populismus als einer Kraft, die den dringend benötigten emanzipatorischen sozialen Wandel herbeiführen könnte, um den aufkommenden rechten Tendenzen in Politik und Führung entgegenzutreten, zu provozieren.
Gleichzeitig wird diese neue Interpretation einer viel geschmähten politischen Artikulation durch die Anprangerung des Rechtspopulismus und dessen Unfähigkeit, eine nachhaltige Alternative zu den gegenwärtigen neoautoritären Formen des Neoliberalismus zu schaffen, ausgeglichen. Stattdessen artikulieren sie einen Populismus, der ein praktikables Mittel zur Mobilisierung einer Antwort auf hegemoniale Formen des neoliberalen Diskurses und der Regierung darstellt.