
In dieser Arbeit werden zwei zivile ländliche Siedlungen im Hinterland der CCAA (Köln) in der Provinz Germania inferior untersucht. Beide Orte dienten als römische villa rustica und wurden in den frühen 1980er Jahren ausgegraben, bevor hier der Tagebau begann.
Bei den Ausgrabungen wurden Tausende von Funden (Keramik, Glas, Metall, Stein und organisches Material) und eine Reihe von Befunden entdeckt. Die Siedlungen waren unterschiedlich groß, aber ihre historische Entwicklung und wirtschaftliche Situation sind vergleichbar. Die Villen wurden in der Mitte des ersten Jahrhunderts nach Christus gegründet.
In der Anfangsphase hatten die Bewohner sowohl romanisierte als auch einheimische Wurzeln.
Für den Bau ihrer Häuser verwendeten sie ausschließlich Holz, später gelegentlich auch Steinfundamente, Fachwerk und Ziegel. Die Villen erreichten ihre Hauptblütezeit vom 2.
bis zum frühen 3. nachchristlichen Jahrhundert. In der zweiten Hälfte des 3.
Jahrhunderts wurde die Besiedlung unterbrochen, und das Ende der villae rusticae lässt sich auf das 4. Jahrhundert n. Chr.
datiert werden. In dieser Phase - als die landwirtschaftliche Produktion in nennenswertem Umfang eingestellt wurde - wurden beide Orte für die Metallproduktion (wahrscheinlich Eisen) genutzt.
Zu dieser Zeit lebten die Menschen wieder in Holzhäusern, die sich zwischen den Ruinen der römischen Gebäude befanden. Nach dem Ende des 4. Jahrhunderts wurden die Stätten aufgegeben.
Die in dieser Studie vorgestellten archäologischen Funde ermöglichen in Verbindung mit den wissenschaftlichen Analysen eine allgemeine Rekonstruktion der römischen Kulturlandschaft in den ersten vier Jahrhunderten nach Christus.