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Behold an Animal, 32: Four Exorbitant Readings
Während die Tiere aus unserer Welt verschwinden, welche Geschichte wird von den Kreaturen der Literatur erzählt? Seht ein Tier: Four Exorbitant Readings untersucht unpassende Tiere in den Werken von vier bedeutenden zeitgenössischen französischen Schriftstellern: ein fliegendes Pferd in einem Roman von Jean-Philippe Toussaint, ausgestorbene Orang-Utans in Ric Chevillard, streunende Hunde in Marie NDiaye, verschwindende (Teile von) Igeln in Marie Darrieussecq. Thangam Ravindranathan widersetzt sich der naturalistischen Annahme, dass ein Tier in einer Geschichte einfach - im wörtlichen oder metaphorischen Sinne - ein Tier ist, und versteht es vielmehr als den Ort, an dem etwas fehlt.
Das Tier ist eine Verlockung: eine unfertige Figur, die aus dem Rahmen flieht und die Grenzen von Zeit, Genre, sogar Medium und Sprache überschreitet. Seine Flucht zeichnet ein exorbitantes (Selbst-)Porträt, in dem sich das Denken zu seinem Handel mit Leben und Fleisch bekennt. In ihren Tieren, die zugleich unerträglich real und exquisit unwirklich sind, steht die Literatur heute der Philosophie vielleicht am nächsten.
Der Schwerpunkt dieses Buches liegt auf dem zeitgenössischen französischen Roman und der kontinentalen Philosophie. Neben Toussaint, Chevillard, NDiaye und Darrieussecq beschäftigt es sich mit den Werken von Jean de La Fontaine, Eadweard Muybridge, Edgar Allan Poe, Lewis Carroll, Samuel Beckett und Francis Ponge.