
Singing with the Mountains: The Language of God in the Afghan Highlands
Eine erhellende Geschichte einer Sufi-Gemeinschaft, die nach der Offenbarung Gottes suchte.
Im afghanischen Hochland des 16. Jahrhunderts wollte die messianische Gemeinschaft, die als Roshaniyya bekannt war, nicht nur Gottes Wort finden und sich daran halten, sondern versuchte auch, Gottes Wort zu praktizieren und Sprachtechniken zu entwickeln, die ihre eigene Sprache zu einem Organ der ständigen Offenbarung machen sollten. Wie ihre Kritiker jedoch behaupten würden, versuchten die Roshaniyya, die Sprache zu etwas zu bringen, was sie nicht tun sollte - das Semiotische mit dem Göttlichen zu vermischen. Ihre Geschichte endet in einem Turm von Schädeln, der Verbreitung von Ketzerschriften, in denen die Sünden der Roshaniyya detailliert beschrieben werden, und neuen Formen der "afghanischen" Identität.
In Singing with the Mountains findet William E. B. Sherman etwas Außergewöhnliches an der Roshaniyya, nicht zuletzt, weil die erste bekannte literarische Verwendung der Volkssprache Paschtu in einer eklektischen, roshanischen Nachahmung des Korans vorkommt. Die Geschichte der Roshaniyya ist ein Beispiel für eine religiöse Kultur des sprachlichen Experimentierens. Am Beispiel der Roshaniyya entdecken wir eine Reihe von Fragen und Ängsten in Bezug auf die Fähigkeiten der Sprache, die Sufi-Orden, kaiserliche Höfe, Gruppen wandernder Asketen und scholastische Netzwerke in ganz Zentral- und Südasien durchdrungen haben.
Indem er diese Geschichte erzählt, stellt Sherman die folgenden Fragen: Wie können wir die Sprache mit göttlicher Wahrheit zum Schimmern bringen? Wie können Buchstaben souveräne Macht verleihen und neue "ethnische" Identitäten und Formen der Zugehörigkeit bilden? Wie kann der Reim unsere Zeitvorstellungen so verbiegen, dass die prophetische Vergangenheit das Jetzt unseres kollektiven Augenblicks bewohnt? Durch die Analyse der Art und Weise, wie die Roshaniyya diese Art von Fragen beantwortete - und der Art und Weise, wie ihre Antworten schließlich als Häresien zurückgewiesen wurden - bietet dieses Buch neue Einblicke in die Vorstellungen religiöser Akteure in der spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen persischen Welt.