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Southern Slavery and the Law, 1619-1860
Dieser Band ist die erste umfassende Geschichte der sich entwickelnden Beziehung zwischen der amerikanischen Sklaverei und dem Recht von der Kolonialzeit bis zum Bürgerkrieg. Wie Thomas Morris deutlich zeigt, wurde die Rassensklaverei in den englischen Kolonien als Institution ohne strenge rechtliche Definitionen oder Richtlinien eingeführt.
Insbesondere zeigt er auf, dass es kein kohärentes Gesetzeswerk gab, das sich ausschließlich mit Sklaven befasste. Stattdessen existierten allgemeinere gesetzliche Regelungen zu Erbschaften, Hypotheken und Eigentumsübertragungen neben Gesetzen, die sich nur auf Sklaven bezogen. Morris zufolge kämpften Gesetzgeber und Richter im Süden darum, eine auf der Sklaverei basierende Gesellschaftsordnung mit dem bestehenden englischen Gewohnheitsrecht (bzw.
in Louisiana mit dem kontinentalen Zivilrecht) in Einklang zu bringen. Da vieles der lokalen Auslegung überlassen wurde, variierten die Gesetze zwischen und sogar innerhalb der Staaten.
Darüber hinaus wich die Rechtslehre oft von der lokalen Praxis ab. Und wie Morris zeigt, kam es in den Jahrzehnten vor dem Bürgerkrieg zu Spannungen zwischen der Rechtskultur der Rassensklaverei und den konkurrierenden Forderungen des Kapitalismus und des evangelikalen Christentums.