
Scripted Journeys: Authenticity in Hypermediated Tourism
Die Allgegenwart von Computern im täglichen Leben hat einen entscheidenden Einfluss auf die imaginativen Aspekte des Tourismus. Online-Wissen über die Welt ist über Kartendienste, soziale Medien, Reiseblogs und Online-Rezensionen leicht verfügbar.
Von der Buchung und dem Googeln bis hin zum Posten und Erinnern: Alle Phasen einer Reise können durch zunehmend vernetzte, personalisierte und optimierte algorithmische Systeme geleitet und ergänzt werden. Angesichts dieses Informationsüberflusses ist der hypermediale Tourismus auf den Zugang zur Authentizität fixiert. Peer-to-Peer-Unterkünfte bieten Touristen die Möglichkeit, „wie ein Einheimischer zu leben“.
Professionelle Blogger informieren nicht nur darüber, wohin man reist, sondern auch darüber, wie man reist. Bewertungswebsites fassen das Feedback von Millionen von Menschen zu einer „objektiven“, datengestützten Authentifizierung von Reisezielen zusammen.
Und virtuelle Technologien bringen die Nutzer an Orte, die sie sich nicht einmal im Traum vorstellen könnten, physisch zu erreichen. Auf der Grundlage einer vergleichenden Ethnographie von touristischen Blogs und Vlogs, Bewertungswebsites und Videospielumgebungen präsentiert Scripted Journeys eine kritische Analyse der touristischen Praxis in digitalen Ökologien.
Dieser hypermediale Tourismus nutzt die Technologie als Vorbote von Selbstbeherrschung und Eigensinn, produziert aber auch seine eigenen Formen digitaler Abhängigkeit. Die daraus resultierenden „scripted journeys“ verinnerlichen eine Spannung zwischen Authentizität als Autonomie und Kontrolle und der impliziten Nachgiebigkeit bei der Nutzung technologischer Erweiterungen.